Kampagne „Fellbach hält zusammen“ „Einkauf muss zum Erlebnis werden“

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Gewerbevereine, Stadtmarketing und Stadtverwaltung wollen den Menschen in der Corona-Krise wieder Lust auf den Einkauf vor Ort machen. Auch die Fellbacher Zeitung beteiligt sich unter dem Motto „Fellbach hält zusammen“.

Eine Innenstadt voller Menschen – hier 2019 am verkaufsoffenen Sonntag beim Fellbacher Herbst. Foto: Patricia Sigerist
Eine Innenstadt voller Menschen – hier 2019 am verkaufsoffenen Sonntag beim Fellbacher Herbst. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Noch hat Fellbach eine Vielzahl an attraktiven Ladengeschäften zu bieten, die Bandbreite bei Einzelhandel und Gastronomie ist im Vergleich zu anderen Kommunen ausgesprochen groß. Doch die Kraft der inhabergeführten Läden bröckelt in Zeiten von Online-Handel und immer größeren Supermarkt-Sortimenten. Die Corona-Krise verstärkt mit Umsatzeinbußen die Gefahr, dass mit den Läden eine ganze Innenstadt ausblutet. Oberbürgermeisterin Gabriele Zull spricht über die Chancen der Kampagne „Fellbach hält zusammen“.

Frau Zull, der corona-bedingte Lockdown hat die Luft in den Innenstädten verbessert, aber auch zu leeren Straßen und Geschäften geführt – wie schätzen Sie die Lage ein?

Das öffentliche Leben war im April fast zum Stillstand gekommen. Selten waren die Straßen und Plätze so verwaist wie zu dieser Zeit. Es war fast schon etwas gespenstisch. Denn gerade das, was eine lebendige Innenstadt ausmacht – eine gute Einkaufsatmosphäre sowie eine abwechslungsreiche Gastronomie – fehlte. Was mich aber wirklich beeindruckt hat, war das Engagement der Unternehmer, die in einer unglaublichen Geschwindigkeit eigene Online-Portale aufgebaut und Lieferdienste entwickelt haben. Da hat sich sich Kreativität gezeigt!

Also läuft vom Kleiderkauf bis zum Feierabendbier künftig alles online?

Nein, auf keinen Fall! Hier würde unsere Stadt, aber vor allem die Bürgerinnen und Bürger leiden. Wo blieben gute Beratung, das Bummeln oder auch die Treffen mit Bekannten. Online ist ein Mehrwert, der den Unternehmen die Möglichkeit gab, weiter am Markt zu bleiben. Es ersetzt aber nicht das Einkaufserlebnis vor Ort. Innenstädte sind dann lebendig, wenn sich die Menschen dort wohlfühlen und ein gutes Angebot vorfinden. Fellbach mit seinen inhabergeführten Geschäften und der bekannt guten Gastronomie hat da viel zu bieten – das wollen wir erhalten.

Was heißt das?

Die Corona-Pandemie hat ohne Frage wirtschaftliche Folgen. Eine sechswöchige Schließung geht an keinem Unternehmen ohne Nachwirkungen vorbei. Auch die derzeitigen Einschränkungen – Abstandsgebote und Maskenpflicht – schränken den Einkauf nach wie vor ein. Die gastronomischen Betriebe waren noch länger geschlossen und müssen nun auf Grund der Verordnungen mit weniger Gästen auskommen. Es geht jetzt darum, unsere Unternehmen vor Ort zu unterstützen!

Als „Fellbach hält zusammen!“?

Ja, genau! Mit dieser Kampagne wollen wir nicht nur auf unsere Unternehmen vor Ort aufmerksam machen und zur Förderung der lokalen Geschäfte aufrufen, sondern uns auch bewusst machen, was wir verlieren können. Die allgemeinen Prognosen sehen nicht günstig aus, dem wollen wir entgegenwirken. Wir haben im Rahmen der Kampagne einen Film über den Einzelhandel gedreht, in dem das wunderbar zum Ausdruck kommt. „Fellbach hält zusammen!“ gibt das Gefühl der Solidarität wieder, das während der Schließungen entstanden ist: Wir stehen füreinander ein und helfen uns!

Was heißt das jetzt konkret?

Die Kampagne lenkt den Blick vom digitalen wieder auf das reale Leben. Mit Aktionen wie etwa einer Fotorallye oder einer neu konzipierten Veranstaltungsreihe werden die Bürger wieder in die Stadt geholt – nicht nur gedanklich, sondern auch real. Die Fellbacher Zeitung unterstützt die Kampagne mit einer Serie, in der Einzelhändler und Gastronomiebetriebe vorgestellt werden. Und alles zeigt, wir haben hier eine gut etablierte, abwechslungsreiche Geschäftswelt, viele regionale Erzeuger und stehen durchaus bewusst für die Werte Kultur, Genuss und Wein. Eine solche Vielfalt ist beneidenswert! Die Unternehmen haben in der Pandemie große Kreativität gezeigt, dies sollten wir jetzt aufnehmen und regional einkaufen.

„Fellbach hält zusammen“ – und rückt Einzelhandel und Gastronomie in den Blick

Maßkonfektion für den gepflegten Herrn, syrische Spezialitäten, handgemachte Backwaren und Blumen, die nicht welken – Fellbach, Schmiden und Oeffingen haben der Kundschaft mehr zu bieten, als manchem Bürger bewusst ist. In einer Serie wollen wir den lokalen Einzelhandel und die Gastronomie in den nächsten Wochen und Monaten in den Blick rücken und über ein Angebot berichten, dass es vielleicht nicht an jeder Ecke zu kaufen gibt. Im Rahmen der Kampagne „Fellbach hält zusammen“ soll das ein Signal für den Einkauf vor Ort setzen. Neben den Produkten geht es in den einmal wöchentlich erscheinenden redaktionellen Beiträgen aber immer auch um die Menschen, die hinter der Ladentheke stehen – und gerade einem inhabergeführten Geschäft erst Seele geben.

Serie
Das Ziel der von den drei Gewerbevereinen und dem Stadtmarketingverein unterstützten Aktion ist, die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden auf die Innenstadt zu lenken, das „Wir-Gefühl“ zu stärken und zu einem Einkauf vor Ort zu animieren. Auftakt der Serie ist am 22. Juni. Jeweils in der Montagsausgabe wird über einen Einzelhändler und einen Gastro-Betrieb in Wort und Bild berichtet werden.




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