Kampagne für Stuttgart 21 Emotionen statt Sachthemen

Von Thomas Braun 

Nun startet auch die IG Bürger für Stuttgart 21 im Vorfeld der Volksabstimmung am 27. November einen Wahlkampf für das Projekt.

 Foto: dpa
Foto: dpa

Stuttgart - Neben der landesweiten Initiative Pro Stuttgart 21 und dem Stuttgarter Bündnis "Wir sind Stuttgart 21" will nun auch die Interessengemeinschaft (IG) Bürger für Stuttgart 21 im Vorfeld der Volksabstimmung am 27. November Wahlkampf für das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 machen. Der Verein versteht sich als parteiunabhängige bürgerliche Plattform und will die Bürger in Stuttgart und in ganz Baden-Württemberg motivieren, Ende November an die Urne zu gehen und mit "Nein zum Kündigungsgesetz" zu stimmen. So heißt auch die Kampagne, die spätestens drei Wochen vor der Volksabstimmung starten soll. Allein in Stuttgart werden bis zu 3000 Plakate aufgestellt.

Nach den Worten des stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Christian Beichter will man bei der Kampagne "bewusst keine Sachthemen" transportieren, sondern die Bürger vor allem emotional ansprechen. Dieser Strategie entspricht der zweite Slogan auf den Plakaten. "Wir sind doch nicht blöd!", heißt es dort. Die Ausstiegskosten bei einem möglichen Ende des Bahnprojekts, die von der Bahn mit 1,5 Milliarden Euro angegeben werden, sind eines der Hauptargumente der Befürworter gegen das Kündigungsgesetz. Mit im Boot bei der Kampagne der IG sind auch die Juristen und die Unternehmer für Stuttgart 21. Deren Sprecher Wolfgang Kömpf erklärte, es gehe auch um Vertragstreue und Verlässlichkeit der Politik. "Ausländische Unternehmen fragen uns inzwischen vermehrt, ob ihre Investitionen in Deutschland und in Stuttgart noch sicher sind", beklagte der Unternehmer aus Calw.

Nach Angaben des IG-Vorsitzenden Sebastian Heinel hat der Verein derzeit rund 150 aktive Mitglieder und bis zu 500 Förderer. Die Kampagne werde ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Einzelspenden finanziert. Die Pressesprecherin Birte Engel hob hervor, die Vereinsmitglieder engagierten sich ehrenamtlich und unentgeltlich aus Überzeugung für S 21: "Wir bekommen anders als das Aktionsbündnis gegen S21 kein Geld von Parteien oder sonstigen öffentlichen Institutionen."