Kampagne zur Energiewende 50-80-90 ist das Maß fürs Land

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Auf dem Stuttgarter Schlossplatz startet die Dialogkampagne des Umweltministers. Damit will er die Bürger im Land motivieren, ihren Beitrag zur Energiewende zu leisten, damit 50 Prozent Energie eingespart, 80 Prozent der Energie aus regenerativen Quellen gewonnen und 90 Prozent der Treibhausgasemissionen vermieden werden können.

Das sind die Maßstäbe für die Energiewende, die Umweltminister Untersteller bis zum Jahr 2050 schaffen will –  beim Energiesparen, erneuerbaren Quellen und Emissionen. Foto: StZ
Das sind die Maßstäbe für die Energiewende, die Umweltminister Untersteller bis zum Jahr 2050 schaffen will – beim Energiesparen, erneuerbaren Quellen und Emissionen. Foto: StZ

Stuttgart - Für Franz Untersteller (Grüne) ist 50-80-90 das Maß – fast – aller Dinge. Dahinter verbirgt sich keine Servicetelefonnummer und kein Body-Maß-Index, es sind die Ziele, die der baden-württembergische Umweltminister im Klimaschutz hat. 50 Prozent weniger Energie verbrauchen; 80 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen gewinnen; 90 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen – das alles soll im Land bis 2050 erreicht sein.

Um das zu schaffen, müssen die Menschen mitmachen. „Energiewende: machen wir“, so lautet denn das Motto einer Informationskampagne, die am Samstag um 11 Uhr auf dem Stuttgarter Schlossplatz beginnt und danach durchs ganze Land tourt. Um die Aufmerksamkeit der Passanten zu erregen, werden dabei die überdimensionierten Zielzahlen enthüllt.

Keine Energiewende von oben

Nach dem Beschluss, aus der Atomenergie auszusteigen, hätten die Bemühungen, die Energiewende anzubahnen, inzwischen ein hohes Tempo erreicht. „Wir müssen aufpassen, dass alle mitkommen und dass wir alle mitnehmen“, sagt Untersteller. Er wolle keine Energiewende von oben. Darum fahre man ins Land und suche „die Menschen vor Ort mit ihren Ideen, Fragen oder Sorgen“. Bei dem sich dann einstellenden Dialog könne es zum einen darum gehen, „bei Bürgern Verständnis für die Notwendigkeit bestimmter Maßnahmen zu wecken“. Andererseits gehe es aber auch um Aufklärung, zum Beispiel, welche Förderprogramme aufgelegt worden sind, um die Energiewende zu begleiten.

Die Kampagne, die „mehrere hunderttausend Euro“ kostet, sei „auf Dauer angelegt“. Bevor die Legislaturperiode 2016 zu Ende gehen wird, werde man prüfen, wie sie gelaufen ist und wo Korrekturen oder Ergänzungen angezeigt sind.

Online-Dialog mit dem Minister

Neben den Vor-Ort-Terminen ist auch eine neue Website Bestandteil des Dialogprogramms. Sie ist von Samstag an unter www.50-80-90.de erreichbar. Auch dort wird es Textinformationen geben. Im Internet will das Umweltministerium aber auch immer wieder in direkten Kontakt zur Bürgerschaft treten. Auf YouTube werden in unregelmäßigen Abständen Videos zum Thema Energiewende eingestellt. Für den 17. Juli ist zudem ein erster Online-Dialog mit dem Umweltminister Untersteller selbst geplant.