Kampf gegen Coronavirus Schutzausrüstung ist unterwegs

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Nach dramatischen Appellen von Beschäftigten der baden-württembergischen Kliniken und Pflegeeinrichtungen an die Landesregierung, die in der Corona-Krise benötigte Schutzausrüstung zu liefern, rollt nun Entlastung an – insgesamt 400 000 Schutzmasken.

Nicht nur an Gesichtsmasken (hier ein Bild aus Stuttgart) besteht in den Gesundheitsbetrieben ein immenser Bedarf. Foto: Lichtgut
Nicht nur an Gesichtsmasken (hier ein Bild aus Stuttgart) besteht in den Gesundheitsbetrieben ein immenser Bedarf. Foto: Lichtgut

Stuttgart - Nach einer Welle des Protestes wegen fehlender Schutzausrüstung in Kliniken und Pflegeeinrichtungen des Landes könnte sich die Lage etwas beruhigen. Nach Angaben des baden-württembergischen Sozialministeriums kam am Donnerstag eine Tranche von 150 000 Schutzmasken in Deutschland an; am Freitag folgen nochmals 250 000, plus jeweils weitere Schutzausrüstung. Das Material werde nun von einer Spedition an die Landkreise geliefert, die es dann vor Ort an Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Polizei, Feuerwehr und Justiz weiterverteilen.

Zunächst nur ein Teil des Bedarfs gedeckt

Die Hilfe sei „heute angerollt“, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Donnerstagabend unserer Zeitung. Sehnlichst erwartet werden in der Gesundheitsbranche auch Kittel, Handschuhe und Desinfektionsmittel. Bei der Diakonie heißt es, dass zunächst wohl nur ein Teil des Bedarfs gedeckt werde. Das Ministerium spreche selbst von einer Mangelverwaltung, was bedeute, dass die Bedürfnisse zumindest nicht mit dem ersten Kontingent gedeckt werden können.

„Im Zweifel sind Menschenleben gefährdet“

Am Mittwoch hatten die Gewerkschaften Verdi und Marburger Bund in einem gemeinsamen Appell die Landesregierung und die Wirtschaft in Baden-Württemberg zum „Kraftakt zur schnellen Beschaffung von Schutzausrüstung“ aufgerufen. Der aktuelle Mangel „gefährdet im Zweifel Menschenleben, daher muss schnellstmöglich Abhilfe geleistet werden“, forderten sie. Firmenaktionen reichten nicht aus, um den Bedarf zu decken. Zertifizierte Schutzmasken fehlten sogar in intensivmedizinischen Bereichen. In der Altenpflege und Betreuung von Behinderten würde teilweise jegliche Schutzausrüstung vermisst.