Kampf gegen das Coronavirus Modellstadt für die Luca-App

Das Sänger der Fanta 4 als Initiator und Unternehmer: Smudo stellt die Luca-App vor. Foto: dpa/Axel Heimken

Shoppen, Restaurantbesuche und Konzertabende trotz Corona-Pandemie? Das könnte durch eine elektronische Nachverfolgung von Kontakten leichter möglich sein. Deshalb will Stuttgart die von Fanta-4-Sänger Smudo mitentwickelte App „Luca“ modellhaft einsetzen.

Familie/Bildung/Soziales: Mathias Bury (ury)

Stuttgart - In einigen Fernsehtalkshows hat sie schon viel Lob eingeheimst, drei Gesundheitsämter im Land testen sie bereits, nun will Stuttgart die von Fanta-4-Sänger Smudo mitentwickelte App „Luca“ so bald wie möglich zur Kontaktverfolgung in der Corona-Pandemie einsetzen. Dadurch soll es dem Amt leichter möglich sein, im Falle von Corona-Infektionen nachzuverfolgen, welche Kontakte der Betroffene etwa in Restaurants, im Handel oder bei Veranstaltungen gehabt hat.

 

QR-Code wird einfach gescannt

Das Prinzip ist einfach: Betritt jemand einen Biergarten, ein Kino oder einen Konzertraum, scannen die Verantwortlichen den QR-Code auf dem Telefon des Luca-Nutzers. Dieser hat sich zuvor in der kostenlosen App mit Telefonnummer und Kontaktdaten registriert. Ist der Code gescannt, werden die Daten im System des Gastgebers verschlüsselt gespeichert. Zugriff hat nur das Gesundheitsamt im Fall einer später bekannt werdenden Infektion. Und auch nur nach der freiwilligen Freigabe durch den Nutzer und der Freischaltung durch den Betreiber. So kann per Scan mit dem Handy das lästige Ausfüllen von Kontaktlisten etwa im Handel oder in der Gastronomie ersetzt werden, die Zettelwirtschaft hätte ein Ende.

Schneller werden als das Virus

„Wir setzen darauf, schneller zu werden als das Virus“, erklärte Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) zu der Kooperation. Die Pandemie zu verlangsamen etwa durch einen Dauer-Lockdown, das sei nicht die Perspektive der Stadt. „Wir wollen beherzt alle Möglichkeiten nutzen, die sich uns bieten. Diese App kann zum Türöffner für Handel und Kulturbetriebe werden“, sagte Nopper.

Auch der Erste Bürgermeister Fabian Mayer (CDU) ist angetan von der neuen Möglichkeit. „Die App des IT-Startup neXenio und dem Hasso-Plattner-Institut hat uns voll überzeugt“, erklärte Mayer. Dass der Sänger Smudo mit seinem Namen dafür stehe, freue die Stadt und habe der Verwaltung den Zugang dazu erleichtert. Die App sei ein Baustein in der Bekämpfung der Pandemie, so Mayer. „Klasse ist, dass Sicherheit und Infektionsschutz hier nicht lästig sein muss, sondern Erleichterung schafft.“

So bald als möglich starten

Nächste Woche wird die Stadt ihre Pläne zusammen mit Smudo von den Fantastischen Vier vorstellen. Man wolle mit dem Einsatz der App „so schnell wie möglich starten“, sagt Stadtsprecher Sven Matis. Man sieht die Luca-App als „einfache und weitreichende Ergänzung“ zu den anderen Corona-Maßnahmen. Geklärt werden müsse noch, wie die App mit der städtischen Software verbunden wird.

Nicht nur vom baden-württembergischen Datenschutzbeauftragten hat die App schon Lob erhalten. Sie ist auch im Gespräch für den bundesweiten Einsatz zur Kontaktverfolgung. Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern haben sich für die Luca-App entschieden, in Baden-Württemberg läuft die Prüfung noch.

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