Kampf um Franz-Marc-Gemälde Restitution der „Füchse“ wegen Strafanzeige gestoppt

Das Gemälde „Die Füchse“ von Franz Marc bleibt weiter Streitobjekt. Foto: dpa/Marcel Kusch
Das Gemälde „Die Füchse“ von Franz Marc bleibt weiter Streitobjekt. Foto: dpa/Marcel Kusch

Die Stadt Düsseldorf will ein Gemälde von Franz Marc an die Erbin des einstigen Eigentümers zurückgeben. Das wollen manche nun für einen Akt der Untreue halten.

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Düsseldorf - Wegen einer Strafanzeige liegt die von der Stadt Düsseldorf beschlossene Rückgabe eines wertvollen Gemäldes von Franz Marc an die Erben des einstigen jüdischen Besitzers vorerst auf Eis. Wenige Tage nach dem Beschluss des Stadtrates zur Restitution des kubistischen Bildes „Die Füchse“ (1913) sei bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf Strafanzeige wegen zumindest versuchter Untreue gestellt worden, sagte eine Sprecherin der Stadt am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Anzeige richte sich gegen die verantwortlichen Mitglieder der Stadtverwaltung, die die Rückgabe der „Füchse“ empfohlen hatten, sowie gegen die Mitglieder des Stadtrates, die dem Beschluss Ende April zustimmten.

Nach einem jahrelangen Raubkunst-Streit hatte der Düsseldorfer Stadtrat einstimmig beschlossen, das Gemälde an die Erben des von den Nationalsozialisten verfolgten Kurt Grawi (1887-1944) zurückzugeben. Das Kommunalparlament war damit einer in Fachkreisen umstrittenen Empfehlung der Beratenden Kommission für Raubkunstfälle gefolgt.

„Ein politisches Manöver“

Nun ist die Rückgabe vorerst gestoppt. Die Staatsanwaltschaft habe die entsprechenden Unterlagen von der Verwaltung eingefordert, sagte die Stadtsprecherin. „Vor diesem Hintergrund konnte die Landeshauptstadt Düsseldorf die Rückgabe des Werkes noch nicht vollziehen.“

Der Anwalt der Erbengemeinschaft, Markus Stötzel, sprach mit Blick auf die Anzeige von einem „politischen Manöver bestimmter Gruppierungen, die gegen Restitution sind und denen späte Wiedergutmachung ein Dorn im Auge ist“. Seine Mandantin sei inzwischen 91 Jahre alt. „Sie würde die Rückgabe gern noch erleben“, sagte Stötzel der dpa.




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