Ein tief fliegender Tornado-Kampfjet hat in Bietigheim-Bissingen für Aufregung gesorgt. Laut Bundeswehr absolvierte das Flugzeug dort ein spezielles Training.

Ludwigsburg: Julia Amrhein (jam)

„Wer hat den Krach am Himmel auch gehört?“, fragt eine Nutzerin am Mittwoch in der Facebook-Gruppe „Bietigheim-Bissingen“. Offenbar war am Nachmittag ein Jet über die Stadt geflogen, der für Aufsehen gesorgt hat. Das bestätigt das Luftfahrtamt der Bundeswehr auf Nachfrage. Ein Tornado des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 aus Schleswig habe den Bereich im Rahmen des Tiefflugtrainings um 15.17 Uhr überflogen.

 

162 Meter über dem Boden

„Die geringste Flughöhe über dem Bereich betrug 532 Fuß (circa 162 Meter über Grund) bei einer Geschwindigkeit von 415 Knoten (rund 769 Kilometer pro Stunde)“, so der Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr weiter. Das war für viele Bürger ungewohnt, unter anderem auch für eine Frau, die zu diesem Zeitpunkt auf den Feldern Gassi ging: „Der flog so tief, dass mein Hund sich erschreckte.“

Das habe aber alles so seine Richtigkeit, heißt es von Seiten der Bundeswehr: „Nach den vorliegenden Unterlagen wurde der Flug unter Beachtung der flugbetrieblichen Bestimmungen durchgeführt.“

Militärischer Flugbetrieb sei grundsätzlich überall in Deutschland zulässig. Die dabei einzuhaltende Mindesthöhe für Kampfflugzeuge betrage 500 Fuß über Grund. Erst bei Städten ab 100.000 Einwohnern erhöhe sich dies auf 2000 Fuß.

Teilweise wird in Simulatoren trainiert

Es werde versucht, möglichst nicht über bewohnte Gebiete zu fliegen, so der Sprecher: „Aber die dicht besiedelte Bundesrepublik setzt diesem Vorhaben neben den gesetzlichen und flugbetrieblichen Regelungen enge Grenzen.“ Die Planungen für Übungsflüge liegen bei den jeweiligen Verbänden.

Unter anderem spielten dabei Faktoren wie die aktuelle Witterung und die Verfügbarkeit von Personal und Material eine Rolle. Ein Teil der Ausbildung werde mittlerweile auch in Simulatoren durchgeführt, „die Durchführung von Übungseinsätzen in einem realen Umfeld bleibt dennoch unumgänglich.“