Kampfsportverein Taekwondo Baygün Stuttgart Bronze für Hedelfinger Taekwondo-Talente und der Traum von Olympia

Berat Baygün (links) und Ekin Günes sind beide Athleten von Taekwondo Baygün Stuttgart. Foto: Günter Bergmann

Die beiden Jugendlichen Berat Baygün und Ekin Günes werden bei den deutschen Meisterschaften Dritter. Ihr Trainer Ramazan Baygün möchte derweil bei den Olympischen Spielen einmal Gold für seinen Verein sehen.

Sport: Marius Gschwendtner (mgs)

Ramazan Baygün steht in der Mitte der Matte, die auf der Bühne der Turn- und Versammlungshalle Hedelfingen aufgebaut ist. Nach und nach ruft der Trainer und Gründer des Kampfsportvereins Taekwondo Baygün Stuttgart seine Taekwondo-Schüler zum sogenannten Pratzenkampf zu sich. Drumherum dehnt sich der Rest der rund 20 Kinder und Jugendlichen im Spagat. Unter ihnen auch zwei jüngst bei den deutschen Meisterschaften erfolgreiche Athleten: Berat Baygün und Ekin Günes.

 

Beide Nachwuchstalente haben bei den Titelkämpfen in Wuppertal Bronze gewonnen, überraschend insbesondere für Ekin Günes. Der 13-Jährige absolvierte erst sein drittes Turnier in der olympischen Disziplin. Zuvor war er mehrere Jahre in der Technikdisziplin Poomsae aktiv. Im Oktober ging er dann erstmals bei einem Wettkampf gegen einen Gegner an den Start und qualifizierte sich im Anschluss bei den Landesmeisterschaften prompt für die deutschen Meisterschaften. „Es ist eine mega Entwicklung für die kurze Zeit“, sagt sein Trainer Ramazan Baygün.

In der Kategorie „Kadetten, über 65 Kilogramm“ bewies sich der Schüler des Untertürkheimer Wirtemberg-Gymnasiums als wahrer Kämpfer. Gegen den späteren Zweitplatzierten Jeremy Huber aus Pforzheim hielt Ekin Günes im Halbfinale gut mit und sicherte sich wertvolle Punkte, zum Sieg reichte es jedoch nicht ganz. Zufrieden ist der Hedelfinger trotzdem: „Ich war selbst überrascht über mein Ergebnis. Das gibt mir viel Motivation für die nächsten Wettkämpfe“, sagt der Youngster, dem vor allem die Atmosphäre in der großen Unihalle gefallen hat. In Zukunft müsse er daran arbeiten, im Kampf aggressiver zu sein. „Ich war ein bisschen zu defensiv“, sagt er.

Auch Berat Baygün ist trotz seines starken Ergebnisses in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm selbstkritisch: „Es war ein unbeschreibliches Gefühl, eine Medaille zu gewinnen, aber ich weiß auch, dass ich besser werden muss.“ In seinem engen Halbfinalkampf gegen Semi Miyanyedi aus Gladbeck habe er einen Kick versucht, obwohl eine Kombination besser gewesen wäre, analysiert der ebenfalls 13-Jährige.

Das Talent scheint ihm in die Wiege gelegt worden zu sein. „Er kommt wenig ins Training, geht auf einen Wettkampf und liefert ab“, sagt sein Vater und Trainer Ramazan Baygün. Als Nächstes möchte sein Filius, der in seiner Heimatstadt Esslingen auch gerne Fußball spielt, bei den baden-württembergischen und danach bei den württembergischen Meisterschaften Gold holen.

Von Gold träumt auch Ramazan Baygün. Und zwar auf der ganz großen Bühne. „Mich reizt es, die Kinder an den Leistungssport heranzuführen und sie zu begleiten. Mein Traum ist, dass dann einer oder eine bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille holt“, sagt der ausgebildete Sportfachwirt. 2010 gründete er aus seiner Kampfschule heraus an der Ruiter Straße den Verein. Im Jahr 2020 fand der Taekwondo-Club durch den Einsatz von Bezirksvorsteher Kai Freier dann eine neue Heimat in der sanierungsbedürftigen Turn- und Versammlungshalle Hedelfingen. Im geplanten Neubau, der 2027 beginnen soll, soll es endlich einen eigenen Kampfsportraum geben.

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