Kandidat für Sindelfingen Lukas Rosengrün zieht es in die Heimat

Ein Heimspiel für den früheren Sindelfinger: Im „’S Café“ in der Turmgasse gibt der Ehninger Bürgermeister Lukas Rosengrün seine Kandidatur für das Amt des Sindelfinger Oberbürgermeisters bekannt. Foto: Stefanie Schlecht

Der Ehninger Bürgermeister will nach fast fünf Jahren Amtszeit in seine Heimatstadt Sindelfingen zurück, um dort Oberbürgermeister zu werden. Für Lukas Rosengrün ist das eine Chance, die sich nur einmal im Leben bietet.

Böblingen : Ulrich Stolte (uls)

Aus Sindelfingen ist er nach Ehningen aufgebrochen, um dort Bürgermeister zu werden, als Oberbürgermeister will er in seine Heimatstadt zurück. Lukas Rosengrün, 40, hat am Freitag bei einer Pressekonferenz seine Absicht bekannt gegeben, für das Amt des Sindelfinger Oberbürgermeisters zu kandidieren.

 

Nachdem der amtierende Rathauschef Bernd Vöhringer am Dienstag erklärt hatte, nach knapp 24 Jahren auf eine erneute Kandidatur zu verzichten, handelte Lukas Rosengrün rasch. Er saß in einer Sitzung seines Gemeinderats in Ehningen, als ein Anruf und 15 Meldungen auf seinem Telefon eingingen und ihn informierten. Der Entschluss sei lange gereift, sagte Rosengrün, endgültig entschieden habe er sich am Dienstagabend. Für ihn ist es diese Chance, die das Leben nur einmal bietet, Oberbürgermeister in seiner Heimatstadt zu werden.

In Sindelfingen fest verwurzelt

Lukas Rosengrün ist in Sindelfingen fest verwurzelt. Er ging dort in die Grundschule und auf das Goldberg-Gymnasium, spielte – mäßig begabt , wie er lachend zugibt –, im GSV Maichingen Fußball, entschied sich später für das Tischtennis und ist begeisterter Skater. Er lebt mit seiner Frau Julia und den siebenjährigen Zwillingen in Ehningen drei Minuten von der Sindelfinger Markungsgrenze weg und würde etwa zehn Minuten mit dem Auto zum Rathaus brauchen, sollten je einmal die Sindelfinger Baustellen geschlossen sein.

Aber: „Eine Stadt wird nie fertig“. In den vergangenen 24 Jahren sei viel bewirkt und auch angestoßen worden, was weitergeführt und abgeschlossen werden müsse. Deswegen brauche es jemanden, der bereit sei, die Verantwortung zu übernehmen und neue Impulse geben, um Sindelfingen in die Zukunft zu führen.

Im März 2020 wurde Lukas Rosengrün als Bürgermeister von Ehningen ins Amt eingesetzt. /Eibner-Pressefoto/Wolfgang Frank

So war auch der Ort des Pressegespräches gut gewählt, um Rosengrüns Verbundenheit mit der Stadt zu zeigen. „’S Café“ in der Turmstraße, alter und neuer Jugendtreff von alter und neuer Jugend, war auch für Rosengrün der Ort, wo man nach der Tanzstunde bei Hans-Adolf Bode hinging, und wo er heute ist, um unter Menschen zu sein, oder mal in Ruhe Fußball zu gucken. „Dieser Ort symbolisiert für mich Gemeinschaft, Austausch und Geselligkeit – Werte, die mir wichtig sind, die den Menschen wichtig sind.“

Kontakt zu Parteien, Vereinen und Kirchen

Lukas Rosengrün spricht auch von anderen Werten, jenen, die ihn bewogen haben, in die SPD einzutreten. Mit der SPD-Fraktion in Ehningen, die mit drei Sitzen im Rat repräsentiert ist, hat er einen guten Austausch und einen guten Kontakt, in der Verwaltungsarbeit habe das Parteibuch jedoch nie eine Rolle gespielt. 80 Prozent aller Entscheidungen im Ehninger Rat würde über die Parteigrenzen hinweg mit breiter Mehrheit getroffen.

Bald wird er auch mit Fraktionen im Sindelfinger Gemeinderat Kontakt aufnehmen, um sich vorzustellen. Ebenso wird er mit den Bürger von Sindelfingen und den Teilorten Maichingen und Darmsheim sprechen, sowie mit den Vereinen, Verbänden und Glaubensgemeinschaften, um für sich und seine Kandidatur zu werben. Ihm ist auch bewusst, dass zunächst die anstehende Bundestagswahl im Februar die öffentliche Meinung beanspruchen wird. Den kommunalen Wahlkampf will er danach beginnen.

Die Bürgermeisterwahl in Sindelfingen wird am 11. Mai stattfinden, sollte an diesem Sonntag keiner der Bewerber mehr als 50 Prozent aller Stimmen bekommen, gibt es eine Stichwahl am 25. Mai. Offiziell wird die Stelle vom 14. Februar bis 14. April ausgeschrieben. Der Gewinner der Wahl könnte von August an ins Rathaus einziehen, die Amtszeit von Bernd Vöhringer endet in den letzten Tagen des Juli.

Rosengrün ist sicher, dass die Ehninger Bürger Verständnis dafür aufbringen, wenn er nach knapp fünf Jahren im dortigen Chefsessel die einmalige Chance, Oberhaupt seiner Heimatstadt Sindelfingen zu werden, nicht ungenutzt lasse.

Für das Amt in Sindelfingen bringt Lukas Rosengrün „Führungserfahrung in einer wirtschaftsstarken Gemeinde mit und Erfahrungen in der Wirtschaft“, die er in seiner früheren Tätigkeit bei der EnBW und der Transnet gesammelt habe, sowohl beim Ausbau Erneuerbarer Energien als auch beim Netzausbau. Themen, die aktueller seien, denn je.

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