Kandidatenvorstellung zur Kommunalwahl in Stuttgart Grüne wechseln zur Klimaliste

Vorn auf der Klimaliste: Danica Sattink-Rath, Antje Vogel-Sperl, Christoph Ozasek, Margarete Schumm (v. l.). Foto: StZN/Schwarz

Fundamentalopposition ist nicht das Ziel der neuen Liste. Die Kandidierenden wollen schnellere Schritte für den Klimaschutz – und sparen dabei nicht mit Kritik an der Regierungspartei.

Die Klimaliste 0711, die in der Landeshauptstadt 2024 erstmals zur Kommunal- und Regionalwahl antreten will, hat am Wochenende ihre Kandidatenliste aufgestellt. An der Spitze steht jeweils der bisherige Stadt- und Regionalrat Christoph Ozasek, der früher bei der Linken war. Zugänge verzeichnet die neue Liste auch von den Grünen.

 

Zwei prominente Wechsel aus der Ökopartei verbucht die Klimaliste: die Diplomchemikerin Antje Vogel-Sperl, die seit 1997 bei den Grünen, in der Frühzeit persönliche Mitarbeiterin von Winfried Kretschmann und 2002 bis 2005 im Bundestag war. Die Energie-Sprecherin im Stuttgarter Kreisverband hat der Ökopartei vor wenigen Tagen den Rücken gekehrt, nachdem sie bei der Nominierung der Grünen auf Platz 14 und 17 nicht durchkam. Der Schritt zur Klimaliste (Platz vier) sei überfällig und wohlüberlegt, so Vogel-Sperl (66) am Montag. Den Grünen wirft sie vor „anders zu handeln als zu reden“. Die Bilanz der Landesregierung in Klimafragen sei „verheerend“.

Peter Mielert tritt erneut an

2022 hatte Peter Mielert (76), langjähriger Sprecher der Grünen im Bezirksbeirat Bad Cannstatt, das Gremium verärgert verlassen und seine Parteifreunde kritisiert. Nun steht der Architekt bei der Klimaliste auf Platz acht. An der Spitze der Liste folgen dem Stadtrat (Puls-Fraktion) Ozasek (36) die Kommunikationswissenschaftlerin Margarete Schumm (25) und die Physiotherapeutin Danica Sattink-Rath (25), auf Platz fünf Verwaltungswissenschaftler Fabian Schollenberger (39), Arbeitsmarktberater Ludger Knoll-Hannemann und Professor Hermann Koch-Gröber (60, Hochschule Heilbronn).

Liste versteht sich als realpolitische Kraft

Die Liste, die sich als offene Wahlplattform bezeichnet und in den nächsten Wochen verstärkt um Spenden werben will, versteht sich laut Ozasek als „realpolitische Kraft“. Man wolle möglichst viel Klimaschutz durchsetzen, „ohne Fundamentalopposition, mit der man nichts voranbringt“, sagt der Spitzenkandidat. Klimafragen beträfen heute alle Lebensbereiche. Im „alternativen Lager“ wolle man im neuen Gemeinderat zahlenmäßig die führende Kraft sein.

Um ihren Anteil zu stärken stehen auf den ersten vier Plätzen drei Frauen, das Reißverschlussverfahren setzt später ein. Auf der Regionalwahl-Liste, die zusammen mit Stadtisten und Junger Liste erstellt worden sei, stehen nach Ozasek die Architektin und Stadträtin Deborah Köngeter (38) und Philipp Schwarz (43), Leiter des Planungsamts in Leinfelden-Echterdingen.

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