Kommunalwahl in Stuttgart Diesel-Demonstranten wollen doch in den Gemeinderat

Von Josef Schunder 

Mit Ioannis Sakkaros, dem Initiator der Demos gegen die Fahrverbote, treten 21 Mitstreiter bei der Gemeinderatswahl am 26. Mai an. Das war eigentlich gar nicht mehr zu erwarten gewesen.

Nun also doch: Ioannis Sakkaros bewirbt sich um ein Mandat im Stuttgarter Gemeinderat. Foto: Lichtgut/Michael Latz
Nun also doch: Ioannis Sakkaros bewirbt sich um ein Mandat im Stuttgarter Gemeinderat. Foto: Lichtgut/Michael Latz

Stuttgart - Der Initiator der Demonstrationen gegen die Dieselfahrverbote in Stuttgart hat sich doch wieder eines anderen besonnen. Ioannis Sakkaros, Kfz-Mechatroniker bei der Porsche AG, hat nun mit 21 Mitstreitern eine Kandidatenliste für die Gemeinderatswahl am 26. Mai gebildet – und er selbst tritt auf dem Platz Nummer 1 an. Das hat die „Liste „Kein Fahrverbot in Stuttgart“ am Freitag mitgeteilt.

Die Botschaft bedeutet eine zweite Kehrtwende. Anfang März war Sakkaros nach früheren Plänen für eine Liste nach eigenem Bekunden „zurückgerudert“, weil sich das Team der Diesel-Demonstranten gegen die Liste ausgesprochen habe. Nun ruderte man erneut zurück.

CDU etwas besorgt über „Zersplitterung“ im Gemeinderat

Auf Platz 2 wird der Diplom-Verwaltungswissenschaftler Nikolaus Sauer antreten, der gegen die Fahrverbote klagt. Dann folgen der Diplomkaufmann Marin Ivankovic, der Auszubildende Vasilios Topalis und – auf Platz 5 – der selbstständige Diplomingenieur Volker Klett. Laut Pressemitteilung ist er der Sohn des früheren Stuttgarter Nachkriegs-Oberbürgermeisters Arnulf Klett. Unter den übrigen Kandidaten seien weitere „durch das Fahrverbot beispiellos enteignete und hart getroffene Rentner, Selbstständige und Hausfrauen“. Erklärtes Ziel ist, sechs von 60 Mandaten im Gemeinderat zu erringen und so die „ideologische und autofeindliche Politik in Stuttgart zu ändern“.

Für die gewohnten Bewerber um die Gemeinderatssitze kam die Ankündigung naturgemäß überraschend. Auch für Alexander Kotz, den Fraktionschef der Christdemokraten, die zuletzt sehr stark das Thema Fahrverbote bearbeitet und selbst demonstriert hatten. Zur Frage, wie sich die zusätzliche Konkurrenz für die CDU und vielleicht für den Gemeinderat auswirkt, könne man aber kaum etwas sagen, meinte Kotz. Er ist generell etwas besorgt, dass durch weitere Listen, egal aus welcher Richtung, eine zunehmende „Zersplitterung“ im Gemeinderat eintreten könnte und die Arbeit im Gremium weiter erschwert werden könnte.

Übrigens: An diesem Samstag rufen die Diesel-Demonstranten wieder zum Protest: um 15 Uhr am Neckartor.

Sonderthemen