Kanin-Hop-Meisterschaft in Renningen Flauschige „Sportler“ aus ganz Deutschland zu Gast

Von Kathrin Klette 

Die deutsche Meisterschaft im Kanin-Hop beginnt am Donnerstag in der Rankbachhalle. Rund 100 Teilnehmer sind dabei.

Beim Kanin-Hop müssen die Tiere einen Hindernisparcours meistern. Foto: Veranstalter
Beim Kanin-Hop müssen die Tiere einen Hindernisparcours meistern. Foto: Veranstalter

Renningen - Was tun Kaninchen in der freien Natur? Vor allem viel buddeln, hoppeln und springen. In einem winzigen Käfig eingesperrt zu sein, ist für sie eine Tortur. Beim Kanin-Hop, einer Sportart für und mit Kaninchen, geht es genau darum, dass die Tiere laufen und springen können. Seit einigen Jahren gibt es auch in Deutschland richtige Meisterschaften. Die inzwischen vierte deutsche Kanin-Hop-Meisterschaft findet jetzt an vier Tagen in Renningen statt, Beginn ist am Donnerstag. Sven Gross, Vorsitzender des Kleintierzuchtvereins Malmsheim, erzählt, wie es dazu kam.

Herr Gross, was kann man sich unter Kanin-Hop eigentlich grob vorstellen?

Es ist ein bisschen wie beim Springreiten mit Pferden, nur eben mit Kaninchen. Dafür werden Parcours mit verschiedenen Hindernissen aufgebaut, die die Kaninchen dann überspringen sollen. In Skandinavien gibt es das seit 25 Jahren, irgendwann kam es dann auch hier nach Deutschland. Inzwischen gibt es immer mehr Kanin-Hop-Gruppen, das ist ein richtiger Hype. 2013 gab es die erste deutsche Meisterschaft in Lemgo.

Sie haben es eben mit Springreiten verglichen. Aber wie funktioniert das, Kaninchen sind doch vermutlich nicht so gelehrig wie Pferde?

Viele denken, dass Kaninchen nicht gelehrig sind, aber denen kann man mit Training genauso etwas beibringen. Die einen werden mit der Leine über den Parcours geführt, andere folgen der Hand ihres Trainers, da gibt es verschiedene Herangehensweisen. Es gibt auch die Disziplin freies Springen, bei dem die Tiere ohne fremde Hilfe über den Parcours laufen.

Gibt es auch Kritik an dieser Sportart?

In den Anfängen gab es noch Bedenken vom Tierschutz, aber die wurden alle zerstreut, weil man festgestellt hat, dass die Tiere dabei körperlich und geistig gefördert werden und ihnen das sehr viel mehr Spaß macht, als wenn sie nur in einem Käfig sitzen. Sie laufen den Parcours ja freiwillig und ohne Zwang.

Die vierte deutsche Meisterschaft findet nun in Renningen statt. Wie kam es dazu?

2017 haben wir die Kreis-Schau in der Rankbachhalle abgehalten. Der Landesbeauftragte der Rassekaninchenzüchter, Gerhard Bayha, war auch dabei und hat uns angesprochen, ob wir uns vorstellen könnten, die nächste Meisterschaft hier auszutragen. Denn dafür braucht man eine entsprechend große Halle. Wir haben die Rankbachhalle daher angemietet und bewirten die Veranstaltung auch – zusammen mit den Kleintierzüchtern Warmbronn. Die Meisterschaft hat nämlich einen so großen Umfang, dass wir das alleine nicht hätten machen können. Ausrichter ist aber der Zentralverband Deutscher Rassekaninchenzüchter.

Wie läuft die Veranstaltung ab?

Wir haben rund 100 Starter, das heißt 550 Starts in den unterschiedlichen Disziplinen und Schwierigkeitsklassen. Die Teilnehmer kommen aus dem gesamten deutschen Raum. Es fängt an mit dem klassischen Parcours, dann geht es am Freitag weiter mit „gerader Bahn“, am Samstag ist freies Springen. Die Siegerehrung ist am Sonntag. Die gesamte Veranstaltung ist außerdem öffentlich, wir freuen uns über jeden, der vorbeikommt und zusieht.

 

Termin: Die deutsche Meisterschaft im Kanin-Hop findet von Donnerstag, 20. Juni, bis Sonntag, 23. Juni, in der Rankbachhalle (Rankbachstraße 51) in Renningen statt. Die Eröffnung ist am Donnerstag um 10 Uhr, an den Folgetagen geht es schon um 8.30 Uhr los, Ende ist jeweils am Abend. Die Siegerehrungen sind am Sonntag, Beginn: 9.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.