Essig findet viele Anwendungsmöglichkeiten und wird neben dem Würzen auch als Konservierungsmittel eingesetzt. Aber kann Essig schlecht werden?

Essig ist ein Lebensmittel mit einer besonders langen Lebensdauer. Grund dafür ist die Essigsäure, welche den meisten Bakterien die Nahrungsgrundlage nimmt. Die Haltbarkeit ist sogar so lange, dass für Essig kein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben werden muss (1). Grund hierfür ist vor allem, dass angenommen wird, dass Essig in diesem langen Zeitraum von Verbrauchern konsumiert bzw. verbraucht wird. Aber schlecht werden kann Essig unter Umständen dennoch.

Wann wird Essig schlecht?

Wann Essig schlecht wird, lässt sich auf Grund der Vielfalt von Sorten, Zutaten und Zusatzstoffen pauschal leider nicht beantworten. Die meisten Essigsorten sind im verschlossenen Zustand ohne Probleme 2 bis 3 Jahre haltbar. Sorten mit einem hohen Essigsäuregehalt und wenig Zusätzen wie Zucker oder Verdickungsmittel können sich im verschlossenen Zustand und bei guten Lagerbedingungen (dunkel und kühl) ohne Probleme auch mehrere Jahrzehnte halten.

Im offenen Zustand sinkt die Haltbarkeit je nach Zusätzen, da Sauerstoff eine wichtige Rolle für die meisten Bakterien spielt. Offener Essig für Lebensmittel ist je nach Lagerung, Zusatzstoffen und Säuregehalt ohne Probleme mindestens 6 bis 12 Monate haltbar. Bleibt Essig länger offen, kann dieser noch für Reinigungsarbeiten benutzt werden.

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Wie erkennt man schlechten Essig?

Ein Bodensatz, Schlieren oder eine Trübung sind in der Regel kein Anzeichen für einen Verderb. Hierbei lagern sich einzelne Stoffe aus dem Essig ab und/oder Essigsäurebakterien beginnen zu arbeiten, was letztlich nur zu einer höheren Essigkonzentration und Geschmacksveränderung führt und kein Zeichen für Verderb ist.

Vor allem bei Naturessigsorten kann es nach der Öffnung nach einer gewissen Zeit vorkommen, dass Essigsäurebakterien erneut beginnen zu arbeiten und eine Gärung einleiten. Nach längerer Zeit kann sich dann eine sogenannte Essigmutter bilden, welche sich erst durch Trübung oder Bodensatz und später durch Schlieren und einer gallertartigen Masse äußert (2). Die Bildung einer Essigmutter ist zwar noch kein Verderb, allerdings lässt sich dies für Laien nicht immer einfach von Schimmel unterscheiden, weshalb Essig in diesem Fall vorsichtshalber nicht mehr konsumiert werden sollte. Offene Naturessige sollten daher auch immer im Kühlschrank aufbewahrt werden. Schlechten Essig erkennen Sie vor allem an einem modrigen bis fauligen Geschmack bzw. Geruch.