Dr. Love-Preet Kalra vom RKH-Klinikum Ludwigsburg hat einen Schnelltest entwickelt, der bereits in mehreren Rettungswagen und -hubschraubern zur Anwendung kommt.
Die Assistenzärztin der Klinik für Neurologie im RKH Klinikum Ludwigsburg, Dr. Love-Preet Kalra, ist die Preisträgerin des mit 5000 Euro dotierten Robert-Wartenberg-Preises der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Die Auszeichnung würdigt herausragende Forschungsleistungen im außeruniversitären Bereich. Das teilt die RKH Gesundheit mit. Der Preis richtet sich an Ärzte, deren Forschung einen Bezug zur klinischen Neurologie hat und Anwendung in der Patientenversorgung findet.
Umso bemerkenswerter ist die Auszeichnung für Dr. Kalra: Sie zählt zu den jüngsten Preisträgerinnen und ist eine der wenigen, die den Preis bereits während der Facharztausbildung erhalten haben. Ausgezeichnet wurde sie laut der Mitteilung für ihre Studien zu Bluttests, die eine rasche und zuverlässige Diagnose von Hirnblutungen bereits vor der Einweisung ins Krankenhaus ermöglichen.
Eiweis-Dosis wird flott nachgewiesen
Grundlage ist der Nachweis des Eiweißes Gliafaserproteins, das bei Blutungen im Gehirn innerhalb kürzester Zeit in hoher Konzentration im Blut nachweisbar ist. Mithilfe moderner Schnelltestgeräte kann dieser Wert bestimmt werden. Dadurch kann man sowohl Hirnblutungen erkennen, als auch bei schwerbetroffenen Schlaganfallpatienten Hirnblutungen ausschließen und somit Großgefäßverschlüsse nachweisen.
Das heißt: Rettungsdienste und Notärzte könnten bereits am Einsatzort oder während des Transports eine erste diagnostische Einschätzung treffen. Dadurch lassen sich lebenswichtige Maßnahmen deutlich schneller einleiten. Bislang sind bereits sieben Rettungsfahrzeuge im Kreis Ludwigsburg und vier Rettungshubschrauber bundesweit mit den Schnelltestgeräten ausgestattet worden.
Die Überlebenschance steigt
„Diese Forschung hat das Potenzial, die Versorgung schwer betroffener neurologischer Notfallpatienten grundlegend zu verbessern. Zeit ist in diesen Situationen ein entscheidender Faktor – je früher die richtige Behandlung beginnt, desto besser sind die Überlebens- und Genesungschancen“, betont Professor Dr. Christian Förch, Ärztlicher Direktor in Ludwigsburg. Die dortige Klinik zählt zu den führenden Einrichtungen in der Schlaganfallversorgung in Deutschland und behandelt in diesem Bereich jährlich rund 1500 Patienten.
Der Preis wurde Dr. Kalra bei der DGN-Chefärztekonferenz in Kassel überreicht. „Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Sie ist auch eine Anerkennung für die enge Zusammenarbeit unseres Teams und zeigt, wie wichtig klinische Forschung für die direkte Verbesserung der Patientenversorgung ist“, sagt sie.