Braun wird man vor allem in der Sonne, aber was ist mit denen, die sich lieber im Schatten aufhalten? Mehr dazu hier.

Ein längerer Aufenthalt in der direkten Sonne ist nicht nur für die Haut, sondern bei vielen auch für den Kreislauf eine zu starke Belastung, weshalb meist ein Schattenplatz bevorzugt wird. So mancher stellt sich dann allerdings die Frage, ob man im Schatten überhaupt braun werden kann. Die Antwort: Ja, auch im Schatten wird man braun. Es dauert nur etwas länger, ist aber deutlich weniger belastend für Haut und Kreislauf.

Warum wird man auch im Schatten braun?

Sonnenstrahlung besteht aus einem breiten Lichtspektrum. Das sichtbare Licht macht dabei nur einen kleinen Teil aus (1). Nicht sichtbar ist zum Beispiel das kurzwelligere UV-Licht (verantwortlich für die Bräune) und das langwelligere infrarote Licht.

1. Bräunendes UV-Licht trifft auch indirekt auf die Haut

Je nach Wellenlänge werden bestimmte Lichtspektren von Stoffen in der Atmosphäre teilweise oder vollständig absorbiert. Das geschieht vor allem durch eine Streuung des Lichtes. So wird auch das für unsere Bräune verantwortliche UV-Licht gestreut, was zur Folge hat, dass die verbleibenden UV-Strahlen innerhalb der Atmosphäre in alle Richtungen strahlen (auch parallel zum Boden). Je nach Wetter und Umgebung gelangt UV-Licht deshalb auch an schattige Plätze. Obwohl die direkte Sonnenstrahlung einen Großteil des Lichtes ausmacht, bestehen immer noch mindestens 25 Prozent der Sonnenstahlen (alle auf die Erde treffenden Lichtspektren) aus diesem indirektem bzw. gestreuten Licht (2).

2. Sonnenschirme absorbieren nur einen Teil der UV-Strahlung

Außerdem lassen die meisten Schattenspender ebenfalls noch einen Teil der bräunenden UV-Strahlen durch. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz verringert ein Sonnenschirm die UV-Strahlen nur um bis zu 30 Prozent (3). Dichte Bäume mit großflächiger Krone um etwa 20 Prozent.

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Im Schatten braun werden - 4 Tipps

Wer die direkte Sonne meidet, wird also trotzdem braun. Wie viele bräunende UV-Strahlen auch im Schatten auf die Haut treffen, ist allerdings von ein paar Faktoren abhängig. Vor allem je höher die Sonne steht und je weniger Wolken sich am Himmel befinden, desto mehr UV-Strahlen treffen auf die Erde bzw. die Atmosphäre und desto brauner wird man auch im Schatten. Die wichtigsten Tipps, um im Schatten braun zu werden sind:

1. Freie Flächen für mehr indirektes UV-Licht

An einem schattigen Plätzchen auf einer freien Fläche wird man deutlich schneller braun als zwischen engen Häuserwänden, da hier ein deutlich größerer Teil des in der Atmosphäre gestreuten UV-Lichtes auf die Haut trifft.

2. Halbschatten aufsuchen.

Auch Halbschatten, wie zum Beispiel der lichte Schatten unter Bäumen beschleunigt die Bräune. Ein hoher Schattenwurf sorgt ebenfalls für mehr UV-Streulicht.

3. Wassernähe und Sand

Wassernähe und Sand verstärken die UV-Strahlung (4) nochmals, weshalb ein schattiger Ort am Strand die Bräune zusätzlich beschleunigt.

4. Auf Sonnenschutz achten

Da die Haut auch im Schatten durch UV-Strahlen belastet wird, sollte auch hier ein Sonnenschutz stattfinden und nicht gänzlich auf Sonnencreme verzichtet werden.

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Schattenbräune ist weniger belastend

Bräune ist immer das Resultat eines Schutzmechanismus des Körpers auf Hautschädigungen. Aus diesem Grund gibt es auch so etwas wie eine "gesunde Bräune" nicht (5). Durch UV-B-Strahlung bildet sich in der Oberhaut der Hautfarbstoff Melanin, welcher sich in den Hautzellen schützend über den Zellkern legt, um eine weitere Schädigung der im Zellkern enthaltenen DNA zu verhindern. UV-A-Strahlung bewirkt dabei ein Nachdunkeln des vorhandenen Melanins.

Allerdings ist die Belastung der Haut durch UV-Strahlen im Schatten deutlich geringer, da ein Teil der UV-Strahlen absorbiert und die restlichen deutlich gleichmäßiger auf der Haut auftreffen. Zudem ist der Schatten deutlich schonender, wenn man die Hitze in der direkten Sonne nicht gut verträgt.

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