Kanonenfest in Bad Boll Zu jeder vollen Stunde knallt es gewaltig

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Zum Kanonenfest kommen gut zwei Dutzend Teilnehmer nach Bad Boll. Alle, die es etwas lauter mögen, kommen auf ihre Kosten.

Ohren zu – und bum: Auch der Pulverdampf verzieht sich schnell wieder. Foto:  
Ohren zu – und bum: Auch der Pulverdampf verzieht sich schnell wieder. Foto:  

Bad Boll - Eine Fanfare ertönt, gefolgt von einem warnenden „Achtung“: die Ohrenschützer auf oder die Stöpsel rein – und Feuer. Der erste Böllerschuss bleibt dem Bad Boller Bürgermeister Hans-Rudi Bührle vorbehalten. Danach kracht es noch gut zwei Dutzend mal gewaltig. Aus kleinen und großen Kanonen, aus Hand- und Standböllern steigt Pulverdampf auf, der sich jedoch rasch wieder verzieht und den Ausblick auf den Schurwald und den Hohenstaufen freigibt.

Wenn zwischen dem Vereinsheim der Bad Boller Schützengesellschaft und dem Tempele das Kanonenfest steigt, dann bekommt das im Kurort – und sicher nicht nur dort – jeder mit. „Darüber freuen sich bestimmt nicht alle. Größere Beschwerden gibt es allerdings nicht“, sagt Peter Lamparter, der die Veranstaltung leitet. „Wir knallen halt, aber es wird ja nicht scharf geschossen.“ Zudem sei alles rechtens: Jeder Teilnehmer habe den sogenannten Pulverschein, es seien nur überprüfte Waffen und offizielles Pulver zugelassen. „Und einmal im Jahr und einmal pro Stunde lässt sich das meiner Meinung nach aushalten“, ergänzt er.

Mehr Teilenehmer und Besucher als in den vergangenen Jahren

Die Bad Boller Schützen wollen die alte Tradition jedenfalls hochhalten. „In Bayern oder auch in Südtirol wird noch zu allen kirchlichen Feiertagen Salut geschossen“, erklärt der Sportliche Leiter des Vereins, Joachim Haller. Dies sei schon immer die Aufgabe der Schützenvereine gewesen. „Und wir pflegen dieses Brauchtum eben, das es schon seit vielen Hundert Jahren gibt“, fügt er hinzu.

Zu diesem Zweck hat sich die Schützengesellschaft selbst eine Kanone angeschafft. Doch weil man sich in der Szene kennt, bekommt sie bei ihrem Fest auch Unterstützung von weit her. Regelmäßig reisen Böllerschützen aus dem Badischen sowie aus dem Fränkischen an den Albrand. Dieses Mal sind es sogar deutlich mehr als in den vergangenen Jahren.

Und deshalb knallte es am Sonntag zu jeder vollen Stunde gewaltig, mit einem Impulsschall von bis zu 130 Dezibel, was alle, die es etwas lauter mögen, auf ihre Kosten kommen ließ: wohlgemerkt mit Ohrenschützern oder Ohrenstöpseln.