Kapitän der U21-Nationalelf Finn Jeltsch auf den Spuren eines Weltmeisters

Große Ehre für den jungen VfB-Profi: Finn Jeltsch als Spielführer der U-21-Nationalelf Foto: imago/DeFodi Images

Er ist der zweitjüngste Spieler im Kader der deutschen U-21-Nationalelf. Trotzdem durfte der 19-jährige Finn Jeltsch wie einst Sami Khedira das Team als Kapitän anführen.

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)

Wie es geht, das hat einst Sami Khedira vorgemacht: Im Sommer 2009 hat der defensive Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart die deutsche U-21-Nationalelf in Schweden als Kapitän zum Premieren-Titel in diesem Wettbewerb geführt. Beim lockeren 5:0 (2:0)-Erfolg zum Auftakt der EM-Qualifikation vor 9000 Zuschauern im Rostocker Ostseestadion gegen Lettland ist nun Finn Jeltsch mit Spielführerbinde am Arm in Khediras Fußstapfen getreten. Dessen Weg führte bekanntlich 2014 zum WM-Titel von Rio.

 

Ganz so weit ist Finn Jeltsch noch nicht. Und dennoch darf es der Stuttgarter Innenverteidiger als eine große Ehre und als persönliche Auszeichnung werten, gleich in seinem zweiten Einsatz für die U 21 des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) von Trainer Antonio Di Salvo mit dem Kapitänsamt betraut worden zu sein – und das, obwohl der gebürtige Franke aus Neuendettelsau im Kreis Ansbach mit seinen 19 Jahren der zweitjüngste Spieler im DFB-Kader ist.

„Er bringt vieles mit, eine Mannschaft zu führen“, sagt Di Salvo über Jeltsch: „Er hat trotz seines jungen Alters schon sehr viel erreicht, ist Welt- und Europameister mit der U 17 geworden, hat früh den Sprung in den Profibereich geschafft – und ist Pokalsieger mit Stuttgart.“

Beim Test in Albanien (2:0) am Freitag hatte Jeltsch über 45 Minuten sein Debüt in der U 21 gegeben – und war nach dem Erfolg vier Tage später über Lettland ganz glücklich: „Stolzer kann man nicht sein als ich in diesem Moment. Es ist für mich eine große Ehre, in der Nationalelf zu spielen und dann noch als Kapitän voranzugehen“, sagt Jeltsch, der bei einem Spaziergang vor dem Lettland-Spiel von Di Salvo erfahren hatte, dass er als Spielführer vorgesehen ist.

Auch beim VfB ist man stolz auf den Innenverteidiger, den man im Winter für rund neun Millionen Euro Ablöse vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg geholt hatte und der seinen Marktwert schon jetzt auf 20 Millionen Euro gesteigert hat. „Wir freuen uns für Finn. Es ist eine große Auszeichnung für ihn, dass er als 19-Jähriger die U-21-Nationalmannschaft in einem EM-Qualifikationsspiel als Kapitän aufs Feld führen durfte“, sagt VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth: „Das zeigt, dass Toni Di Salvo nicht nur Finns fußballerischen Qualitäten schätzt, sondern ihm auch eine Führungsrolle in der U 21 zutraut.“

Im Juni musste Jeltsch noch passen

Bereits im Mai hatte Di Salvo den jungen VfB-Profi in sein vorläufiges EM-Aufgebot berufen; doch Jeltsch hatte das Vorbereitungscamp in Thüringen vorzeitig mit Problemen am Unterschenkel verlassen müssen, die Europameisterschaft fand so ohne ihn statt. Auch die Saisonvorbereitung beim VfB verlief aufgrund von Adduktorenproblemen zunächst schleppend.

Auf 20 Spiele in Folge ohne Niederlage hat es die U 21 letztlich gebracht, wurde erst von England im EM-Finale gestoppt. „Natürlich kann man zu denen hochschauen“, sagt Jeltsch, der sich nun mit einem größtenteils neuformierten Team auf den Weg zur Endrunde in Serbien und Albanien 2027 macht, wo dann auch die Tickets für die Olympischen Spiele 2028 vergeben werden: „Wir haben genau das gleiche Ziel, alle Spiele zu gewinnen.“

Vorbilder gibt es in der Riege der ehemaligen U-21-Nationalspieler genug. Etwa den ehemaligen VfB-Teamkollegen Nick Woltemade oder den Frankfurter Verteidiger Nnamdi Collins.„Es ist eine große Motivation zu sehen, wer jetzt alles in der A-Nationalmannschaft dabei ist“, sagt Jeltsch: „Ich freue mich auf die nächsten zwei Jahre.“ Bis Herbst nächsten Jahres dauert die EM-Qualifikation an, im nächsten Match trifft das Team von Antonio Di Salvo am 10. Oktober in Jena auf Griechenland.

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