Kapitän des MTV Stuttgart Raphael Hahn sagt: „Dem muss ich vehement widersprechen“

MTV-Kapitän Raphael Hahn (links) steht aktuell bei 15 Saisontore. Foto: Archiv Günter Bergmann

Raphael Hahn, Torjäger und Kapitän des MTV Stuttgart, spricht über den Abstieg aus der Fußball-Landesliga.

Reporter: Torsten Streib (tos)

Nach drei Jahren Klassenzugehörigkeit ist am kommenden Sonntag mit dem Heimspiel gegen den TSV Köngen Schluss: Der MTV Stuttgart steigt aus der Fußball-Landesliga ab. Der Kapitän Raphael Hahn lässt die Saison und die erwähnte Zeit Revue passieren und sagt trotz des nun schlechten Endes: „Wir können stolz sein, was wir geleistet haben.“

 

Herr Hahn, hatten Sie und ihr Team keine Lust mehr auf die Landesliga?

Doch, warum?

Der Eindruck entsteht, wenn man die vergangene 1:6-Pleite beim Schlusslicht Sontheim betrachtet. Mit einem Sieg wäre noch die Relegation möglich gewesen.

Tatsächlich wäre es noch möglich gewesen. Die Einstellung hat gestimmt und wir hatten auch genügend Chancen, die wir leider vergeben haben. Wir mussten dann aufmachen, weil wir ja gewinnen mussten. Letztlich ging der Schuss nach hinten los.

Beim Blick auf die gesamte Runde fällt auf, dass es mit der Ernsthaftigkeit wohl nicht soweit her war – häufig waren Spieler im Urlaub oder fehlten aus anderen privaten Gründen. Selbst der Trainer Björn Lorer war beim wichtigen Spiel in Sontheim nicht dabei.

Dem muss ich vehement widersprechen. Wir haben die Landesliga alles andere als auf die leichte Schulter genommen und sind die Sache mit der nötigen Ernsthaftigkeit angegangen. Aber für alle ist es immer noch ein Hobby und man kann niemandem verbieten, in Urlaub zu gehen. Das ist aber nichts Neues bei uns, hat uns über all die Jahre begleitet – auch der Urlaub von unserem Trainer. Den bucht er schon immer zu diesem Zeitpunkt.

Was war für Sie letztlich entscheidend für den Abstieg?

Natürlich unsere schwache Hinrunde mit nur elf Punkten. Wir wussten, dass wir in der Rückrunde deutlich besser performen müssen und haben das auch gemacht. Letztlich sind wir in der Offensive aber an der fehlenden Effizienz gescheitert und auch das Spielglück fehlte. Haben wir vorne verballert, haben wir hinten oft im Gegenzug durch einen Sonntagsschuss oder ein Eiertor einen Treffer kassiert. Fakt ist aber auch: wir waren zu schlecht, sonst wären wir nicht abgestiegen.

Wie fällt die dreijährige Landesliga-Bilanz aus?

Wenn man die Rahmenbedingungen beim MTV kennt, dann kann man stolz sein, was die Mannschaft gezeigt und sich drei Spielzeiten lang gehalten hat.

Und persönlich? Begonnen haben Sie mit zwölf Toren, dann folgten zehn, und nun steht der Bestwert 15.

Ich bin nicht ganz zufrieden. Ich hätte noch mehr Tore machen können. Im ersten Jahr sind wir schwer reingekommen, im zweiten Jahr war ich längere Zeit verletzt. Dieses Jahr lief es deutlich besser, das hat gepasst.

Nach sechs Jahren endet am Sonntag die erfolgreiche Ära von Björn Lorer als MTV-Coach, es folgt Sahin Üste. Was erhoffen Sie sich von dem neuen Mann?

Viele im Team haben bislang aktiv unter keinem anderen Trainer wie Björn trainiert, der hervorragende Arbeit geleistet hat. Nun sind wir positiv gespannt, mit welchen Ideen und welcher Taktik Sahin um die Ecke kommt, damit wir wieder erfolgreich sind.

Sie machen trotz ihrer 38 Jahre weiter. Sind Sie heiß auf die nächste Bezirksliga-Torjägerkanone ? Es wäre Ihre sechste. . .

(lacht) Das maße ich mir nicht an. Ich hab’ einfach noch Lust am Fußball und daran, mit der Mannschaft weiter zu spielen. Ich habe mir schon überlegt, was ich mache, aber es hat sich nicht nach aufhören angehört.

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