Kapitän des VfB Stuttgart Darum blüht Christian Gentner auf

Christian Gentner ist beim VfB Anführer und Teamplayer in Personalunion. Foto: Bongarts
Christian Gentner ist beim VfB Anführer und Teamplayer in Personalunion. Foto: Bongarts

Auch nach zwölf Profijahren zeigt sich Christian Gentner taktisch flexibel und macht in Augsburg im rechten Mittelfeld ein tolles Spiel. Der VfB-Trainer Tayfun Korkut nennt ihn „meinen Joker“.

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)
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Stuttgart - Der Käpt’n ist auf dem Vormarsch: Mit inzwischen 238 Ligaeinsätzen hat sich Christian Gentner bereits auf Platz zehn in der Liste der VfB-Rekordspieler vorgedribbelt, einem Stelldichein der Besten, das ja bereits seit 1991 von Karl Allgöwer (338 Spiele) angeführt wird.

25 Partien fehlen noch, dann hat der wackere Gentner, der zwischen 2007 und 2010 im Exil für den VfL Wolfsburg aktiv war, seinen ehemaligen VfB-Kollegen Cacau auf Rang neun eingeholt. Und wer den Kapitän des Aufsteigers, der in den sozialen Netzwerken unter dem Künstlernamen „Legente20“ firmiert, am Sonntag beim 1:0-Sieg in Augsburg im rechten Mittelfeld auftrumpfen sah, der ahnt, dass selbst Zvonimir Soldo auf Platz fünf der Bestenliste mit 301 Spielen vor ihm nicht sicher ist.

„Es ist möglich, dass es diesmal keine Überraschungen in der Aufstellung gibt“, sagt Tayfun Korkut vor der Heimpartie des VfB an diesem Samstag (15.30 Uhr) gegen das aktuell stark agierende Team von Eintracht Frankfurt. Bisher hatte der Stuttgarter Cheftrainer seine Startelf ja nach ziemlich simplen Grundregeln konfiguriert: Lasse die Spieler im 4-4-2-System möglichst auf ihren vertrauten Positionen spielen, lautet ein Korkut’scher Grundsatz. Zudem bilden sämtliche zur Verfügung stehende Routiniers das Gerüst des Teams.

Lediglich Christian Gentner ist inzwischen die konstante Inkonstante im taktischen Gefüge des Aufsteigers. In Wolfsburg zunächst als hängende Spitze eingesetzt, durfte Gentner, der unter Hannes Wolf lange Zeit im zentralen Mittelfeld Dienst tat, zuletzt mal links, vor allem aber auf der rechten Seite ran.

Auch Mario Gomez zieht den Hut

Dabei blüht der Kapitän dermaßen auf, dass der alte neue Mitstreiter Mario Gomez den Hut zieht: „Ich wusste nicht, dass der Gente unter der Maske so den Durchblick hat“, scherzte der Torjäger. „Ich hatte hervorragende Fitnesswerte und sehe keinen Grund, über das Karriereende nachzudenken. Ich will noch eine ganze Weile auf diesem Niveau spielen“, sagt Gentner trotz seines für das laufintensive Spiel im Mittelfeld stolzen Alters von 32 Jahren.

Der Trainer Korkut weiß, was er an dem Altmeister hat, setzt voll auf seinen Spielführer, dessen Vertrag noch bis 2019 läuft. „Christian ist für uns während des Spiels der Joker. Wenn wir etwas verändern müssen, wissen wir, dass wir auf ihn zählen können.“ Schließlich ist der gebürtige Nürtinger nach stolzen zwölf Profijahren, zwei deutschen Meisterschaften (2007 mit dem VfB sowie 2009 mit Wolfsburg) mit insgesamt 338 Bundesligaspielen ein erfahrener Haudegen – und ein smarter Kopf obendrein.

„Von mir bekommt Christian eine Eins mit Sternchen“, lobte der Manager Michael Reschke in Augsburg den 1,89 Meter großen Gentner, der für Korkut längst „das Gesicht des VfB“ ist. Trotz der Maske. Tatsächlich hat sich der Mittelfeldmann nicht nur aufgrund der Anzahl seiner Spiele in den Kreis der ganz Großen mit dem Brustring hochgespielt: Schon jetzt hat Gentner, der es ähnlich wie Allgöwer nur auf wenige Länderspiele (5 Einsätze) gebracht hat, seinen Platz in der VfB-Historie auf Augenhöhe mit den Clublegenden wie Robert Schlienz, Karlheinz Förster, Guido Buchwald, Jürgen Klinsmann, Krassimir Balakov, Fritz Walter oder Hermann Ohlicher.

Gentner ist mehr Vermittler denn Rebell

Da ist es nicht selbstverständlich, dass die Nummer 20 des VfB, die dem Brustring auch vor zwei Jahren trotz des Abstiegs die Treue hielt, in der aktuellen Lage sagt: „Ich spiele da, wo mich der Trainer hinbeordert und ich der Mannschaft am besten helfen kann.“ Ein Rebell ist Gentner ohnehin nie gewesen, sondern eher ein Vermittler, der sich auch von den Rückschlägen in dieser Saison nicht stoppen ließ.

Da war erst der Nackenschlag zu Saisonbeginn, als der Trainer Hannes Wolf erklärte, der Kapitän habe keinen Stammplatz. Dann kam der 16. September 2017 – und mit ihm die Horror-Karambolage mit dem Wolfsburger Schlussmann Koen Casteels. Gentner hat sich nach diversen Knochenbrüchen im Gesicht bemerkenswert schnell aufgerappelt. Nach nur sieben Spielen Pause stand wieder auf dem Platz – und will dort noch eine ganze Weile bleiben.

VfB Stuttgart - Bundesliga

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