Karfreitag in Stuttgart Tanzdemo darf ein bisschen laut sein

Von ceb 

Am Freitag wird wieder gegen das Tanzverbot demonstriert. Mit von der Partie sind bei den Veranstaltern auch die Jusos. Das missfällt dem politischen Gegner: Die CDU kritisiert die Teilnahme.

Polizisten beobachten bei der Tanzdemo 2018 das Treiben vorm Lautsprecherwagen. Foto: dpa (Archiv)
Polizisten beobachten bei der Tanzdemo 2018 das Treiben vorm Lautsprecherwagen. Foto: dpa (Archiv)

Stuttgart - Und wieder tanzen sie vorm Osterfest: Wie auch in den zurückliegenden Jahren rufen Gegner des Tanzverbots am Karfreitag zur Tanzdemo auf. Sie treffen sich am Feiertag um 17 Uhr am Karlsplatz. Mit der Stadt als Versammlungsbehörde haben sie sich darauf verständigt, dass sie dabei nicht ganz leise sein müssen: Jede halbe Stunde dürfen die Veranstalter den Demopulk zehn Minuten lang mit Musik beschallen. So ziehen sie dann durch die Stadt, bis sich die Tanzdemo um 21 Uhr am Börsenplatz auflöst – so der Plan.

Der Karfreitag gilt für Christen als einer der wichtigsten Tage im Jahr. Besonders württembergischen Protestanten ist er von großer Bedeutung. Aus Rücksicht auf die Christen, die an diesem Tag der Kreuzigung Jesu gedenken, ist es ein stiller Tag. Dazu gehört, dass in Baden-Württemberg das Feiertagsgesetz ein sogenanntes Tanzverbot für den Karfreitag festlegt. Nach der Lockerung dieses Gesetztes vor vier Jahren ist der Karfreitag einer von zwei Tagen im Kirchenjahr, für den das noch 24 Stunden lang gilt, neben dem Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag genannt, im November. Am Karsamstag dauert das Tanzverbot noch bis abends um 20 Uhr an.

Die CDU kritisiert die Teilnahme der Jusos an der Demo

Doch das stößt alle Jahre wieder auf Kritik. Zum Beispiel auf die der Tanzdemo-Veranstalter. Sie sind der Meinung, dass Staat und Kirche vollständig getrennt sein sollten, und sehen im staatlich verhängten Tanzverbot daher einen Widerspruch zu ihrer Forderung. Die Veranstalter sind die Piratenpartei, die Giordano-Bruno-Stiftung, die Partei der Humanisten in Baden-Württemberg, der Klub Climax Institutes, der Veranstaltungsplaner Black Pearl und die Jusos, die Jugendorganisation der SPD.

Die Beteiligung der Jusos gefällt der CDU in Stuttgart nicht. Sie hat sich zu Wort gemeldet: „Dass neben den Piraten auch die Jusos als Jugendorganisation der SPD diese Achtung gegenüber den Menschen christlichen Glaubens offensichtlich nicht mehr aufbringen, empört uns“, betont der CDU Kreisvorsitzende Stefan Kaufmann, „schließlich sind auch sehr viele SPD-Mitglieder Christen und gehören einer der großen Kirchen an.“ Die CDU Stuttgart unterstütze die evangelische und der katholische Kirche, die eine Einhaltung des Feiertagsschutzes fordern. , welche auf die Einhaltung des Feiertagsschutzes am Karfreitag pochen. Die Tanzdemo sei eine „inakzeptable Provokation“, findet Kaufmann.

Unterdessen zeigen am Freitag Jugendliche, dass man auch leise seine Meinung kundtun kann. Die Aktivisten der Fridays-for-Future-Demos laden ebenfalls zu einer Kundgebung ein. Jedoch wollen sie leise demonstrieren, ohne Beschallung. Sie treffen sich von 11 Uhr an am Rotebühlplatz.

Sonderthemen