Innerhalb von 18 Stunden greift ein Mann laut Polizei in Karlsruhe und Mannheim sechs Beamte an, unter anderem mit der Klinge eines Teppichmessers.

Ein Mann soll an den Hauptbahnhöfen in Mannheim und Karlsruhe unter anderem mit der Klinge eines Teppichmessers Bundespolizisten angegriffen und verletzt haben. Der 36-Jährige sitzt nun wegen versuchten Totschlags in Untersuchungshaft, wie Staatsanwaltschaft und Bundespolizei heute mitteilten. Er wurde nach Erlass eines Haftbefehls am Mittwoch am Hauptbahnhof Hamm in Nordrhein-Westfalen verhaftet.

 

Zuvor habe der Mann sechs Bundespolizisten innerhalb von 18 Stunden verletzt. In einem Fall am Freitag in Karlsruhe soll er einen Schüler angesprochen und ihm an die Schulter gefasst haben, woraufhin Bundespolizisten hinzukamen. Der Mann habe sich heftig gewehrt und einen Beamten in die Hand gebissen, drei weitere Beamte hätten Schürfwunden davongetragen.

Todesdrohungen

In der Nacht sei der Mann ohne Ticket Bahn gefahren und von Beamten am Karlsruher Hauptbahnhof aufgefordert worden, den Zug zu verlassen. Er weigerte sich den Angaben zufolge und sprach stattdessen Todesdrohungen aus. Die Beamten hätten den Mann schließlich mit Gewalt aus dem Zug geholt.

Dabei habe er mit der Klinge eines Teppichmessers einen Beamten im Kopfbereich, am Arm und an der Hand leicht verletzt. Eine Bundespolizistin erlitt außerdem Schnittverletzungen am Bein. Erst mit Pfefferspray sei der Angriff unterbunden worden. Die Beamten setzten ihren Dienst nicht fort und begaben sich in ärztliche Behandlung. Aktuellen Ermittlungen zufolge habe sich der Tatverdächtige durch das Halten der Klinge in seiner Hand nicht selbst verletzt, teilte die Bundespolizei auf schriftliche Nachfrage mit. 

Erneut ohne Führerschein erwischt

Die nächste mutmaßliche Tat folgte, nachdem der Mann entlassen wurde. Am Samstagmorgen wurde der 36-Jährige wieder ohne Fahrschein in einem Zug nach Mannheim erwischt. Ein Bundespolizist, den der Mann zuvor unvermittelt an den Arm gegriffen habe, habe ihn zu Boden gebracht und festgenommen. Der Mann sei dann zu einer Untersuchung in eine Spezialklinik gebracht worden. Dort wurde er später erneut entlassen.

Alle Beamten befänden sich derzeit auf dem Weg der Besserung und könnten ihren Dienst zeitnah wieder aufnehmen, hieß es.