Politiker aus der Region fürchten durch das geplante Aus von Karstadt im Leo-Center eine negative Entwicklung auf den Einzelhandel an sich.

Mit großem Entsetzen haben Politiker aus der Region die Nachricht aufgenommen, dass Karstadt im Leo-Center in Leonberg zum 31. Januar 2024 endgültig schließen soll. Für die CDU-Fraktion und den CDU-Stadtverband Leonberg ist dieser Schritt nicht nachvollziehbar, sei doch das Warenhaus Galeria Karstadt Kaufhof durch seine Größe und sein breites Sortiment ein wichtiger Ankermieter.

 

Negative Auswirkungen auf das gesamte Leo-Center befürchtet

„Wir haben die Befürchtung, dass sich solch eine Schließung auch negativ auf andere kleinere Läden im Leo-Center auswirken könnte und die Kundenfrequenz insgesamt zurückgeht“, so die CDU-Fraktionsvorsitzende Elke Staubach und der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Oliver Zander. „Von der Schließung wären auch langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen, die seither durch die Größe des Hauses die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gut organisieren konnten.“ Hier werde, sagen die CDU-Politiker, das Missmanagement der Geschäftsleitung nun auf dem Rücken der Belegschaft ausgetragen, die seither schon unterstützend aktiv war, um ihren Arbeitsplatz zu sichern und zu festigen.

Die CDU-Fraktion und der CDU-Stadtverband hoffen auch, dass die Betreiberin ECE als familiengeführtes Unternehmen die Entwicklung des Gesamtcenters im Auge behält und den langjährigen Ankermieter mit seinen vielen Beschäftigten nach Möglichkeit unterstützt. „Eine unverschuldete Arbeitslosigkeit trifft nicht nur die Arbeitnehmer hart, sondern wirkt sich auf die Partner und Kinder aus“, sagt Elke Staubach. Sie und ihr Parteikollege hoffen, dass diese Schicksalsschläge noch abgewendet werden können.

SPD fordert Transfergesellschaft für Mitarbeiter

Noch im Juli 2020 hatten sich Jasmin Hostert, die SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Böblingen, und Jan Hambach, Kreisrat und stellvertretender Vorstand der Kreis-SPD, mit dem Leonberger Karstadt-Betriebsrat vor Ort getroffen. Bei der damaligen Schließungswelle hatten alle Mitarbeiter bei Karstadt Leonberg ihren Job noch behalten können – eine Schließung wurde abgewendet. Dass es jetzt anders kommen soll, diese Nachricht haben auch die beiden SPD-Politiker mit großer Sorge zur Kenntnis genommen. „Die Entscheidung der Karstadt-Kaufhof-Kette, die Filiale in Leonberg zu schließen, ist ein herber Verlust für die Region“, sagt Hostert.

„Wir sind in Kontakt mit dem Betriebsrat und werden schnell gemeinsam nach Lösungen suchen, wie wir mit der neuen Situation umgehen.“ Das wichtigste sei, dass die Beschäftigten, sollte die Schließung tatsächlich nicht abgewendet werden können, in eine ordentlich ausgestattete Transfergesellschaft mit guten Qualifizierungsmaßnahmen übernommen werden. „Auch das Land darf sich einer finanziellen Beteiligung nicht verschließen.“ Für die Stadt Leonberg kämen als Folge wichtige Aufgaben zu, sagt der Kreisrat Jan Hambach: „Es gilt jetzt, sich um gute Folgelösungen für das Leo-Center zu bemühen und etwaigem Leerstand entgegenzuwirken.“