Kastellsommer in Stuttgart Konzerte und Kino im Freien – und keiner sitzt im Auto

Von Uwe Bogen 

Vor der Phoenixhalle startet am Donnerstag der Kastellsommer – und damit eine weitere Kulturbühne in Stuttgart. Bis zu 99 Besucherinnen und Besucher werden Kino und Konzerte mit Abstand im Freien erleben, ohne im Auto zu sitzen.

Emma Stone als Mia und Ryan Gosling als Sebastian in dem Film „La La Land“, mit dem am Donnerstag der Kastellsommer vor der Phoenixhalle eröffnet wird. Foto: dpa/Handout
Emma Stone als Mia und Ryan Gosling als Sebastian in dem Film „La La Land“, mit dem am Donnerstag der Kastellsommer vor der Phoenixhalle eröffnet wird. Foto: dpa/Handout

Stuttgart - Unter zwei Stuttgarter Festivals kann ein Publikum in Autos bereits auswählen (der Kulturwasen läuft seit über einer Woche erfolgreich, der Livesommer 2020 startet am Samstag beim Flughafen) – jetzt kommt eine weitere coronakonforme Kulturreihe hinzu, wie am Montag offiziell bestätigt worden ist: Im Hof des Römerkastells wird es Konzerte und Kinovorstellungen geben für bis zu 99 Besucherinnen und Besucher, die – weit auseinander, um die Abstandsregeln sicherzustellen – auf Sonnenliegen oder Klappstühlen ohne Auto unter freiem Himmel Platz nehmen. Der Kastellsommer auf dem Vorplatz der Phoenixhalle startet am kommenden Donnerstag, 19 Uhr, mit dem oscarprämierten Film „La La Land“.

„Es ist, als hätten wir eine Tür aufgestoßen“

Mehrere Veranstalter, darunter die Innenstadtkinos, die Staatsoper Stuttgart und die Betreiber der Phoenixhalle, haben sich zusammengetan, um ein weiteres Kulturformat unter Coronabedingungen zu schaffen. Bühne und LED-Wand werden gerade aufgebaut. Noch steht nur ein Teil des Programms, das aber Tag für Tag umfangreicher werden soll. „Das Interesse von Künstlerinnen und Künstler sowie von kleineren Theatern ist groß“, sagt Organisator Fabian Eppinger, „es ist, als hätten wir eine Tür aufgestoßen und immer mehr wollen unsere Bühne nutzen.“ Unter anderem sei man gerade mit dem Renitenz-Theater und der Rosenau im Gespräch über gemeinsame Aufführungen im Römerkastell.

Zwei Haushalte dürfen zusammensitzen

Auf dem Vorplatz der Phoenixhalle wird ein großer Kunstrasen ausgelegt. Darauf werden Liegestühle und Stühle gestellt – für Besucher, die entweder „ein bisschen lümmeln oder aufrecht sitzen wollen“, sagt Eppinger. Zwei Haushalte dürfen zusammensein. Je nach Bestellung werden für sie die Sitze oder Liegen angeordnet. In der Regel dürfen bis zu vier Personen zusammensitzen, bei Kindern aus dem eigenen Haushalt können es mehr sein. „Leider können Besucher nicht allein kommen“, sagt der Organisator, „unser Aufwand wäre zu groß, würden wir Stühle mit Abstand für einzelne Besucher aufstellen.“ Es geht also nur ab zwei Personen.

Die Open-Air-Oper startet am 20. Juni

Am Eingang werden die Gäste zu ihren Plätzen geführt von Ordnern mit Maske. Die Gäste tragen zunächst auch Maske, dürfen diese dann an ihrem Platz ablegen. Getränke und Speisen werden digital über einen Drücker an den Sitzen oder Liegen bestellt, sodann von Bedienungen mit Maske serviert. Die Veranstaltungen finden auch bei Regen statt – Besucher müssen sich dann entsprechend kleiden. Nur bei Gewitter erfolgt die Absage.

In der ersten Woche werden Filme gezeigt, die von den Innenstadtkinos ausgewählt werden. Am Samstag, 20. Juni, startet die Open-Air-Oper mit „Die Geschichte vom Soldaten“. Das ausführliche Programm findet man unter www.kastellsommer.de.




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