Man kann nicht nicht kommunizieren. Mit diesem Satz ist Philosoph und Psychoanalytiker Paul Watzlawik berühmt geworden. Egal, ob wir etwas sagen oder nicht, auch ohne Worte wirken wir auf unsere Mitmenschen. Dass die Kreisverwaltung dieses Prinzip beim neuen Katastrophenschutzzentrum nicht berücksichtigt hat, fällt ihr nun auf die Füße. Denn im Grunde ist unstrittig, dass es kommen muss. Die Krux: Das Gelände gehört zur Gemarkung Asperg, grenzt aber an ein Wohngebiet in Eglosheim. Was, wie und wo geplant wurde, damit wurden diejenigen, die es vorrangig betrifft – Stadtteilausschuss und Anwohner – völlig überrumpelt. Vertrauen schafft man so nicht.
Die Sorgen, Ängste und Fragen hätte man vielleicht nicht komplett ausräumen können – das ist bei solchen Projekten in Gänze nie möglich, da hat der Landrat Dietmar Allgaier recht. Und ja, Protest bei Baumaßnahmen dieser Größenordnung ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Einrichtungen für die Allgemeinheit, gerne. Bitte aber nicht vor meiner Haustür. Das kennt man.
Kein gutes Echo
Das Echo, das das Katastrophenschutzzentrum, auch im Kreistagsausschuss ausgelöst hat, wäre aber bei weitem nicht so verheerend gewesen, wenn man vorab alle Beteiligten mit ins Boot geholt hätte. So bleibt ein fader Beigeschmack, dabei haben die Verantwortlichen sicher nach bestem Wissen und Gewissen die Optionen abgewogen.
Die Einschränkungen durch den Bau scheinen in der Tat überschaubar, offene Fragen sollten die Planungen klären.
Dass mangelnde Kommunikation zu Großprojekten jedweder Art Verwaltungen auf die Füße fällt, dafür gibt es landauf landab massenweise Beispiele. Umso erstaunlicher ist es, dass der Fehler immer wieder gemacht wird. Dass im vorliegenden Fall formal die Stadt Ludwigsburg dafür zuständig gewesen wäre, auf die Bürger oder einen Stadtteilausschuss zuzugehen und den Dialog zu suchen, das ist nur ein fadenscheiniges Argument. Ein Hinweis in diese Richtung hätte vermutlich schon genügt.
Ein gutes Beispiel: die Stadtbahn
Wie gute Kommunikation geht, zeigt sich im übrigen bei einem anderen Projekt, bei dem der Landkreis (mit) federführend ist: der Stadtbahn. Dort sind alle eingebunden. Landkreis, Kommunen und – das wichtigste – die Bürger.