Katharinenhospital in Stuttgart Gute Chancen für großen Krankenhausplan

Von Josef Schunder 

Früher sollte die Modernisierung des Katharinenhospitals einmal 430 Millionen Euro kosten. Jetzt wollen die Gemeinderatsfraktionen 753 Millionen für eine große Neubaulösung ausgeben. Dafür soll es gute Gründe geben.

Der Eingang zum Katharinenhospital: Von diesem Bild wird sich Stuttgart verabschieden müssen. Das Katharinenhofgebäude soll ganz ersetzt werden – in großem Stil. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Der Eingang zum Katharinenhospital: Von diesem Bild wird sich Stuttgart verabschieden müssen. Das Katharinenhofgebäude soll ganz ersetzt werden – in großem Stil. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Die neuesten Pläne der Stadtspitze und der Klinikums-Leitung treiben die Kosten für den Neubau des Katharinenhospitals in fast schwindelerregende Höhen. Dennoch ist nur gut zwei Wochen nach der Präsentation bereits Zustimmung im Gemeinderat absehbar, der das 753 Millionen Euro teure Projekt an diesem Donnerstag im Grundsatz gutheißen soll.

Der Technik-Ausschuss reichte am Dienstag wie der Krankenhausausschuss die Vorlage zwar ohne Beschluss an den Gemeinderat weiter, doch das lag vor allem daran, dass die Fraktionen noch keine Zeit für eine gründliche interne Diskussion gehabt hatten. Ihre Marschrichtung ist aber klar. Sie tragen die größtmögliche Lösung mit: Wie diverse Funktionsbauten sollen nun auch Bettenbauten und der Hubschrauberlandeplatz neu gebaut statt saniert werden. Anstelle des Katharinenhofs mit dem heutigen Haupteingang soll es nun ein großes statt ein kleineres Ersatzgebäude geben.

Auch Umsetzung der alten Planung wäre teurer geworden

Die Kosten steigen dadurch zwar von 430 auf voraussichtlich 753 Millionen Euro, doch das wussten Krankenhausbürgermeister Michael Föll (CDU) und die Klinikum-Verantwortlichen schmackhaft zu machen. Die Kosten für das alte Projekt hätten ohnehin von 430 auf 606 Millionen Euro korrigiert werden müssen, hieß es. Wenn man mehr ausgebe, müsse man keine baulichen und funktionalen Kompromisse machen. Man vermeide Zeit- und Kostenrisiken bei der Gebäudesanierung. Man bekomme einen stimmigen Gebäudekomplex und eine sichtbare Adresse an der Kriegsbergstraße.

Stadträte fühlen Last der Verantwortung

Etwas mulmig war es den Stadträten schon. Bei dem komplexen Vorhaben komme man als Stadtrat, was den Durchblick bei Kosten und Technik angeht, an die Grenzen, sagte Christoph Ozasek (Die Linke). Föll beruhigte: „Aus heutiger Sicht sind Kosten- und Zeitplan realistisch gerechnet mit zwei Prozent Baupreissteigerungen pro Jahr.“ Letztendlich signalisierten alle Gruppierungen umfängliche Unterstützung. Vor allem die Grünen im Technik-Ausschuss, der besonders die städtebaulichen Aspekte im Fokus hat, erteilten Arbeitsaufträge. Man wünscht sich so viele Fotovoltaik-Anlagen wie möglich, am besten auch für Fassaden, möglichst viele begrünte Dachflächen und eine 24-Stunden-Kindertagesstätte. Der Wunsch aus dem Klinikum, für den Haupteingang ein von der Bauverwaltung nicht erwünschtes Vordach erlaubt zu bekommen, fand offene Ohren. Ein Vordach müsse zum Markieren des Eingangs und als Regenschutz schon sein, meinten die Stadträte. Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne) lenkte ein: „Da wird man was hinkriegen.“

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