Anlässlich eines Bischof-Besuchs preist Stadtdekan Hermes die Stadt als beinahe idealen Austragungsort für den Katholikentag: „Einen geeigneteren Ort als Stuttgart könnte ich mir für den nächsten Katholikentag gar nicht vorstellen.“

Lokales: Martin Haar (mh)

Stuttgart - Es ist zwar noch einige Monate hin, bis in Stuttgart der Katholikentag (25. bis 29. Mai) stattfindet, aber dem Bischof war es dennoch eine Reise von Rottenburg nach Stuttgart ins St.-Agnes-Gymnasium wert. Es schien Gebhard Fürst wichtig, per Medienunterstützung jetzt die Werbetrommel zu rühren und zu sagen: „Wir werden zeigen, was in uns, was in unserer Diözese und welche Kraft in unserem Glauben steckt.“

Bei Nachfragen zu konkreten Programmpunkten der rund 1500 Veranstaltungen oder Inhalten der Privatquartierkampagne mussten er und seine Mitarbeiter freilich passen. Das Programm wird erst am 7. März des kommenden Jahres veröffentlicht, die Quartiers-Kampagne wird am 28. Januar starten, wie Stephan von Kolson erklärte. Der Abteilungsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des 102. Deutschen Katholikentag sprang aus der Publikumsreihe heraus spontan mit diesen Informationen in die Bresche.

Muss der Katholikentag jetzt K-Day heißen?

Apropos Bresche: Auch der Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes nutzte dieses Podium und die Gelegenheit, um hervorzuheben, warum es fast keinen besseren Austragungsort als Stuttgart gebe. Für Hermes wurde die Sache so zu einem Heimspiel in doppelter Weise. Denn der Monsignore war als Gemeindepfarrer zehn Jahre im St. Agnes als Religions- und Ethik-Lehrer tätig. In dieser Atmosphäre schien er sich so wohl zu fühlen, dass er sogar zu Scherzen aufgelegt war. In Anlehnung an die große Imagekampagne des Landes Baden-Württemberg („The Länd“) fragte er knitz, ob man man den Katholikentag nun „K-Day“ nennen müsse.

Ob nun „K-Day“ oder Katholikentag – in einem ist sich Hermes sicher: die Voraussetzungen für die Woche, zu der 35 000 Dauergäste und rund 15 000 Tagesgäste in der Landeshauptstadt erwartet werden, seien beinahe ideal, um die Ziele sowie das Motto „leben teilen“ umzusetzen. Denn Stuttgart sei „eine internationale Stadt und bundesweit eine der Großstädte mit dem höchsten Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund“. Dies spiegle sich auch in den rund 250 verschiedenen religiösen Gemeinschaften und Gemeinden wider. „Vielfalt funktioniert und Vielfalt bereichert“, sagte Hermes, „Stuttgart ist ein Beispiel gelungener Integration.“

Stuttgart hat ideale Voraussetzungen

Was für die Stadtgesellschaft gelte, gilt aus seiner Sicht für die katholische Glaubensgemeinschaft um so mehr: „Sie ist vielfältig und international.“ 45 Prozent der Mitglieder haben eine andere Muttersprache und sind in 28 eigenen Gemeinden organisiert. Damit würde in der Stadt die Weltkirche repräsentiert: „Beim Katholikentag wird spürbar sein, was katholische umfassende Weltkirche konkret bedeutet.“

Dies und vieles mehr heißt für den Stuttgarter Stadtdekan „leben teilen“. Und er hofft, dass dieses Motto „in Stuttgart erlebt werden kann“. Nicht zuletzt, auch weil sich in dieser Stadt „die wesentlichen Herausforderungen sozialer Gerechtigkeit, der Ökologie, der Stadtentwicklung und Mobilität, technologischer und wirtschaftlicher Entwicklung beispielhaft diskutieren lassen“.

Daher, so glaubt Christian Hermes, werde es wohl niemanden erstaunen, wenn er sage: „Einen geeigneteren Ort als Stuttgart könnte ich mir für den nächsten Katholikentag gar nicht vorstellen.“