Katholische Kirche Druck auf Bischof von Limburg wächst

31 Millionen Euro hat sein neuer Amtssitz gekostet, die Empörung ist groß. Gibt Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst nun sein Amt auf? So einfach ist es nicht: Ein Bischof kann nicht zurücktreten.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Eva-Maria Manz (ema)
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Stuttgart - Die Rücktrittsforderungen an den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst werden immer lauter. Deutsche Theologen und Kirchenrechtler fordern zunehmend, der Papst solle den Bischof von seinem Amt entheben. Hintergrund ist die Anfang der Woche bekannt gewordene Kostenexplosion beim Bau des Limburger Bischofssitzes auf 31 Millionen Euro. Theologen zeigen sich jetzt vor allem empört, dass der Limburger Bischof bislang nicht seinen Amtsverzicht anbietet – das wäre die übliche Prozedur. Zurücktreten kann der Bischof selbst nicht, denn das ist im Kirchenrecht nicht erlaubt.

Laut Kirchenrecht kann ein Bischof dem Papst lediglich seinen Amtsverzicht anbieten, dann muss der Heilige Vater den Antrag erst noch annehmen. Grundsätzlich greift der Codex des Kanonischen Rechts. Im zweiten Paragrafen der Can 401 steht, dass ein Bischof nachdrücklich gebeten werde, den Amtsverzicht anzubieten, wenn er aus gesundheitlichen Gründen oder aus einem anderen „schwerwiegenden Grund“ sein Amt nicht mehr ausüben könne. Geweihter Bischof bleibt er aber ein Leben lang. Nur das tatsächlich ausgeübte jeweilige Amt – etwa Bischof von Limburg – kann abgegeben werden.

Wenn der Papst einen Bischof aus seinem Amt enthoben hat, also den Antrag gewährt hat, ist dieser emeritiert und erhält eine Pension. Weihbischöfe in Pension haben noch Rechte im sakramentalen Bereich und können etwa die Firmung spenden. Theologen halten es jetzt für unwahrscheinlich, dass Franz-Peter Tebartz-van Elst darüber hinaus später noch ein anderes Amt in der katholischen Kirche antreten könne. Auch beim ehemaligen Bischof von Eichstätt und Augsburg, Walter Mixa, sei dies nicht so gekommen.

Mixa hatte nach Misshandlungs- und Veruntreuungsvorwürfen 2010 Papst Benedikt seinen Rücktritt angeboten. In der Regel geben Bischöfe ihr Amt nur auf, um im Alter von 75 Jahren in Pension zu gehen – in Can 401 ist festgehalten, dass alle Bischöfe dies mit ­Erreichen des 75. Lebensjahres anbieten müssen. Grund für eine Amtsaufgabe kann aber auch die Berufung auf ein neues Amt sein. So wurde der Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig Müller, beispielsweise 2012 von Papst Benedikt zum Präfekten der Glaubenskongregation berufen.




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