Etwa 50 Katzen waren im Tierheim Esslingen von dem Parvovirus betroffen. Foto: Tierheim Esslingen
Kosten und Aufwand sprechen aus Sicht mancher Kommunen im Landkreis Esslingen gegen eine Katzenschutzverordnung. Manche Städte sahen bisher auch keinen Bedarf für eine solche Regelung.
Simone Weiß
13.12.2024 - 12:00 Uhr
Esslingen hat eine – viele andere Städten im Landkreis nicht. Die von Tierschutzvereinen geforderte Katzenschutzverordnung ist umstritten.
Kirchheim beispielsweise hat keine. Bisher sei noch kein Nachweis erbracht worden, dass es in der Stadt eine zu hohe Katzenpopulation und dadurch verursachte Tierschutzprobleme gebe, teilt der Stadtsprecher Giacomo Mastro mit. Für eine Kastrationspflicht müsse zudem belegt werden, dass alle anderen Aktionen zur Reduzierung der Katzenpopulation nicht ausreichend gewesen seien: „Zu diesen anderen Maßnahmen gehört zum Beispiel das Einfangen, Kastrieren und anschließende Freisetzen von frei lebenden, herrenlosen Katzen.“ Auch diese Voraussetzung sei in Kirchheim nicht gegeben.
Keine Hinweise auf Katzenproblematik
Im Nürtinger Gemeinderat soll das Thema Katzenschutzverordnung auf Antrag der CDU-Fraktion am 14. Januar behandelt werden, sagt der Rathaussprecher Clint Metzger. In der Vergangenheit sei kein Bedarf dafür gesehen worden. Informationen über eine Katzenproblematik auf der Gemarkung lägen auch in Wernau nicht vor, sagt die Bürgermeisterin Christiane Krieger. Dennoch stehe die Verwaltung in Kontakt mit dem örtlichen Tierschutzverein: „Sofern die Voraussetzungen zum Erlass einer Katzenschutzverordnung vorliegen, können wir uns verwaltungsseitig gut vorstellen, dem Gemeinderat eine entsprechende Satzung zur Beschlussfassung vorzulegen.“ Ein genauer Zeitpunkt dafür könne aber noch nicht genannt werden.
Auch Freigängerkatzen sollten nach dem Wunsch viele Tierschutzvereine geimpft und kastriert werden. Foto: dpa/Bernd Weißbrod
Deizisau habe noch keine Katzenschutzverordnung, teilt der Bürgermeister Thomas Matrohs mit: „Ich möchte dieses Thema aber zeitnah mit dem Gemeinderat beraten.“ Derzeit fehlten jedoch weitergehende Informationen darüber, wie sich die Situation darstelle. Es sei aber ein Kontakt zum Tierschutzverein und zum Esslinger Tierheim aufgenommen worden. In der Stadt Esslingen ist laut Marcel Meier vom städtischen Pressereferat im Mai eine Katzenschutzverordnung in Kraft getreten: „Für eine exakte Auswertung oder einen Erfahrungsbericht ist es derzeit aber noch zu früh.“