Beim F-35-Kauf drohen Probleme. Verteidigungsministerin Lambrecht ist deshalb persönlich gefordert. Sie muss offen über Probleme reden.

Korrespondenten: Tobias Peter (pet)

Es könnte teurer werden, es könnte länger dauern. Das sind keine ungewöhnlichen Schwierigkeiten, wenn es um große Rüstungsprojekte geht. Gerade deshalb lässt sich aus dem Fall der F-35-Kampfjets etwas lernen, was wichtig für die Rüstungsbeschaffung insgesamt ist.

Die Mindestanforderung an Verteidigungsministerin Christine Lambrecht ist eine offene Kommunikation. Die SPD-Politikerin muss die Öffentlichkeit so früh wie möglich über alle zusätzlichen Risiken informieren, die mit einem milliardenschweren Kauf verbunden sind. Die Menschen sind mit großer Mehrheit wieder bereit, sich Sicherheit etwas kosten zu lassen. Diese Unterstützung darf nicht verspielt werden, indem Kosten am Anfang so stark wie möglich heruntergerechnet werden – nur um am Ende dann doch die große Rechnung zu präsentieren. Dort, wo Zeitverzögerungen und hohe Zusatzkosten durch schlechte Vorbereitung drohen, muss die politische Spitze alles Mögliche tun, um Schäden zu vermeiden. Die Dinge immer nur laufen zu lassen, reicht nicht aus. Verteidigungsministerin Lambrecht muss die F-35-Kampfjets jetzt zur Chefinnensache machen.