Kaufhof-Areal in Stuttgart-Bad Cannstatt Ekelpassage muss öfters geputzt werden
Die Stadt muss die Passage reinigen und sich die Kosten erstatten lassen, meint unser Kommentator Uli Nagel.
Die Stadt muss die Passage reinigen und sich die Kosten erstatten lassen, meint unser Kommentator Uli Nagel.
Die Kaufhof-Schließung vor zwei Jahren hat vor allem die Marktstraße in Bad Cannstatt ins Mark getroffen. Allerdings wuchs auch die Hoffnung, dass an einer städtebaulichen Toplage etwas Neues entstehen könnte. Doch von der Hoffnung ist nichts mehr übrig. Es wird nur noch gerätselt, spekuliert und gemutmaßt, was Abriss, Grundstücksverkauf und Neubebauung angeht.
Diese Themen wären noch hinnehmbar, wenn sie sich am Rande des Stadtbezirks abspielen würden. Da das Kaufhof-Areal jedoch im Herzen Bad Cannstatts an einem stark frequentierten Verkehrsknoten liegt, ist der Stillstand mit all seinen städtebaulichen Konsequenzen ein Gau für die Altstadt und deren Einzelhändler, die mittlerweile auch optisch erleben, wie ein 4000 Quadratmeter großes Areal den Bach runter geht, zugemüllt und nicht mehr gereinigt wird.
Skandalös ist vor allem der üble Zustand der stark frequentierten Passage, für deren Reinigung das Unternehmen Signa zuständig ist. Deren Verantwortliche juckt der Urin- und Fäkaliengestank jedoch wenig, umso mehr die Passanten, die seit Wochen lieber einen Umweg in Kauf nehmen.
Hier muss die Stadt endlich reagieren, regelmäßig Putztrupps durchschicken und den Aufwand Signa-Chef René Benko in Rechnung stellen. Ob er diese jemals bezahlt? Schwer vorstellbar. Doch der Bürger erwartet zurecht von den Rathausverantwortlichen, dass sie zu solchen Maßnahmen greifen – auch wenn die Stadt schlussendlich auf den Kosten sitzen bleibt.