Kaufmann Frust Das nächste Stuttgart-Ding

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Kaufmann Frust aus Stuttgart beweisen mit ihrer Debüt-7“ ihr Potenzial. Sie haben Szenegrößen im Rücken – und stellen sich doch in eine andere Ecke als Die Nerven und Co.

Kaufmann Frust aus Stuttgart punkten mit Breitwand-Sound und Szenegrößen in ihrem  Umfeld. Ihre Debüt-7“ ... Foto: Ilkay Karakurt 3 Bilder
Kaufmann Frust aus Stuttgart punkten mit Breitwand-Sound und Szenegrößen in ihrem Umfeld. Ihre Debüt-7“ ... Foto: Ilkay Karakurt

Stuttgart - Wir wollen die Aufmerksamkeit der Leser auf eine Nachwuchsband aus Stuttgart / Sindelfingen lenken, die derzeit in Keller- und sonstigen DIY-Locations in Stuttgart sowie ganz woanders ihre Songs vorspielt. Das Quartett heißt Kaufmann Frust. Members: Matze Fugel (Gitarre/Bass), Oliver Hauber (dito), Florian Stepper (auch, und zudem Gesang), Jan Breier (Schlagzeug), allesamt nicht nur Musiker, sondern auch Studenten.

Seit Sonntag gibt es offiziell die Debüt-7“ mit zwei Songs drauf zu kaufen, eine EP ist in der Mache. Zu Beginn eine Hörprobe samt Video:

Professionell produzierte Videos gehören ja längst zum guten Ton, im Fall von Kaufmann Frust kommen in der hiesigen Szene bekannte Namen hinter dem Pult dazu: Für den Mix zeichnet Philipp Koch verantwortlich, der bei der Band Heisskalt Gitarre spielt und mit dem ein Teil von Kaufmann Frust schon in Sindelfingen gemeinsam Musik gemacht hat. Ralv Milberg gab den Songs soundmäßig den letzten Schliff. Wir erinnern uns: Milberg hat von Die Nerven über Karies bis zu Levin goes lightly quasi sämtliche Stuttgarter Indie-Acts in der Referenzliste, denen in den vergangenen zwei Jahren bundesweit Beachtung geschenkt wurde.

Kaufmann Frust gehen also von Null auf Hundert, auch wenn sie sich nach eigener Aussage der Szene nicht anbiedern wollen. Man sei da über den Nerven-Bassist Julian Knoth rangekommen, mit dem ein Teil der Band in der Oi-Punk-Gruppe Rumpfboige zusammen spielt. Was Kaufmann Frust angeht, „sind wir musikalisch in einer ganz anderen Ecke“, sagt die Band beim Interviewtermin im Pressehaus. Nicht ganz so viel Noise, sondern „Gesang, Pop, Melodie“ zeichne den Sound von Kaufmann Frust aus.

Die Grundidee aber, nämlich Do-it-yourself, die teilt man schon und auch ganz bewusst mit den anderen musikalischen Aufsteigern aus Stuttgart. Und mit der Szene. Mit der Flash Bang Band aus Brighton oder der Wiener Gruppe Vague haben Kaufmann Frust Kontakte nach ganz Europa, beim Interview erwähnen die Vier auch eine Tour durch die Westukraine. Die aber vorerst mehr ein Gedankenspiel ist.

Die Band ist an einem neuen Sound interessiert, nicht an reiner Spieltechnik oder Verwertbarkeit. „Deshalb sind wir auch nix für Bandcontests“, glauben die Vier.

Die 7“ mit den beiden Songs „Felsenkeller“ und „Schweigeminuten“ kommt in schick-minimalistischer Aufmachung daher. Der Sound ist Breitwand, schwelgerischer Indie. Die EP soll ein bisschen geradliniger klingen. „Mal gucken, wo’s hingeht“, sagen Kaufmann Frust. Wir sind gespannt und hören solange die 7“, siehe auch bei Bandcamp. Zur Facebookseite der Band geht’s hier.

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