Keltersiedlung Zuffenhausen Architekturwettbewerb für die Keltersiedlung

Von Bernd Zeyer 

Die SWSG möchte 105 Wohnungen in der Keltersiedlung abreißen und durch 180 bis 190 neue ersetzen. Sechs Architekturbüros sollen Konzepte für das Projekt vorlegen, entscheiden wird ein eigens gegründeter Ausschuss des Auschusses für Umwelt und Technik.

Einige Bewohner  sind nicht mit den Abrissplänen einverstanden, sie möchten lieber in ihren Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Einige Bewohner sind nicht mit den Abrissplänen einverstanden, sie möchten lieber in ihren Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Zuffenhausen - Einmal mehr haben sich die Bezirksbeiräte mit der Keltersiedlung beschäftigt. Dort möchte die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) einen Teil ihrer Wohnungen sanieren und einen anderen Teil abreißen und durch Neubauten ersetzen. Vor allem die Abrisspläne haben zum Teil heftige Diskussionen ausgelöst, es gab sogar Demonstrationen dagegen (wir berichteten). Friedlich hingegen ging es am Dienstagabend im Bürgerhaus Rot zu. Bis auf die beiden Vertreter der Fraktionsgemeinschaft SÖS-Linke-Plus stimmten alle Räte einer Vorlage der Verwaltung zu, in der es um die Bildung eines Unterausschusses „Keltersiedlung“ des Ausschusses für Umwelt und Technik (Uta) geht. Zudem werden in der Vorlage Rahmenbedingungen und Aufgabenstellungen für einen Wettbewerb von sechs Architekturbüros geregelt.

Als ein „sehr wichtiges Projekt für den bezahlbaren Wohnraum“ bezeichnete Peter Pätzold das SWSG-Vorhaben. Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, der diesen Tagesordnungspunkt der Bezirksbeiratssitzung leitete, betonte, dass die geplante Nachverdichtung einher gehen solle mit einem qualitativ hochwertigen Umfeld. Diese Auffassung vertritt auch Helmuth Caesar, der Technische Geschäftsführer der SWSG. „Uns ist völlig klar, dass wir mit den Neubauentwürfen am Bestand gemessen werden“, sagte Caesar und erläuterte, es sei wichtig, dass ein attraktives Stück Heimat für die Menschen geschaffen werde. Dies sei „eine sehr anspruchsvolle und komplexe Aufgabe“.

Abgebrochen werden sollen die Gebäude zwischen Hofäckerstraße im Westen und Langenburger Straße/Möckmühler Straße im Osten, Schöntaler Straße im Norden und Künzelsauer Straße im Süden. Die neu zu bebauende Fläche ist rund 1,7 Hektar groß. Die Hälfte der neuen Wohnungen werden laut SWSG Sozialwohnungen sein, die andere Hälfte ist frei finanziert. 105 Wohneinheiten werden abgerissen und durch 180 bis 190 neue ersetzt. Aus momentan 6000 Quadratmetern Wohnfläche sollen 12 500 Quadratmeter werden. Die Zahl der Sozialwohnungen soll von 9 auf gut 90 ansteigen.

Im Gremium sitzen auch Bürgermeister Föll und vier Stadträte

Insgesamt sechs Büros nehmen an der Mehrfachbeauftragung teil und werden eigene Konzepte erstellen. Bis 27. Januar 2017 müssen die entsprechenden Unterlagen und Modelle eingereicht werden, das Beurteilungsgremium wird voraussichtlich am 13. Februar 2017 tagen. Im Gremium sitzen neben diversen Fachgutachtern wie Pätzold auch Sachgutachter wie der Erste Bürgermeister Michael Föll sowie die Stadträte Silvia Fischer (Die Grünen), Judith Vowinkel (SPD), Philipp Hill (CDU) und Thomas Adler (SÖS-Linke-Plus). Als Berater fungiert der Zuffenhäuser Bezirksvorsteher Gerhard Hanus.

Bis auf SÖS-Linke-Plus zeigten sich alle Fraktionen mit der Vorlage zufrieden, machten aber noch eigene Vorschläge und verwiesen auf die ihnen besonders wichtigen Schwerpunkte. Vor allem wurde darüber diskutiert, wie künftig die Parkplatzfrage geregelt wird. CDU-Vertreter Wolfgang Machaucher wünscht sich genug Tiefgaragen-Stellplätze, Hans-Georg Kerler von der SPD und Grünen-Bezirksbeirat Emeran Onana hingegen argumentierten, dass Kosten gespart werden könnten, wenn weniger unterirdische Stellplätze gebaut werden. Auch über Themen wie die Begrünung des Areals und die Durchmischung von frei finanzierten und geförderten Wohnungen wurde geredet.

Auf Kriegsfuß mit den SWSG-Planungen steht weiterhin Susanne Bödecker. „SÖS lehnt den Abriss ab und ist für eine Sanierung“, sagte sie und beantragte Rederecht für im Publikum sitzende Bewohner der Keltersiedlung – was aber mit 7 zu 8 Stimmen von den Räten abgelehnt wurde. Bödecker befürchtet, dass die Mieten der neuen Wohnungen steigen und langjährige Bewohner aus ihrem gewohnten Umfeld verdrängt werden. Es gelte, Atmosphäre und Milieu des Quartiers zu erhalten, zudem sei die Siedlung aus städtebaulicher Sicht prägend für Zuffenhausen.

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