Keltervorplatz in Stuttgart-Wangen Den Keltervorplatz entrümpeln

Von Mathias Kuhn 

Der Keltervorplatz soll entrümpelt werden. Die Bezirksbeiräte fordern, dass die Glascontainer, Telefon- und Litfasssäule versetzt werden, damit die historische Kelter besser zur Geltung kommt.

Das „wilde“ Durcheinander auf dem Keltervorplatz soll der Vergangenheit angehören. Foto: Kuhn
Das „wilde“ Durcheinander auf dem Keltervorplatz soll der Vergangenheit angehören. Foto: Kuhn

Wangen - Wangens Bezirksbeiräten reicht es. Seit Jahren fordern sie, dass der Keltervorplatz umgestaltet wird. Das mehr als 300 Jahre alte, denkmalgeschützte Gebäude wurde mit großem Aufwand saniert und herausgeputzt. Auch der Hinterhof der Kelter erhielt eine neue Gestalt, nur die eigentliche Schmuckseite in Richtung Ortskern blieb bislang so ungeordnet wie seit Jahren: Die Flächen zwischen holprigem Gehweg und Fahrbahn sind mit unterschiedlichen Gegenständen zugestellt. Eine Litfaßsäule an der Ecke zur Buchauer Straße versperrt die Sicht. Im Gehwegbereich steht dann eine Telefonsäule, ein Briefkasten, zwei Schautafeln für die Vereine sowie Schaltkästen und ein Depot für die Briefträger. „Beim Rundgang bemängelte Walter Tattermusch als Behindertenbeauftragter, dass für sehbehinderte Menschen die Telefonsäule und der Briefkasten durchaus eine Gefahr darstellen“, erinnerte CDU-Bezirksbeirat Marijan Laszlo. Zwischen dem Eingang in den Kelter- und der schmucken Tür zum Eberhard-Ludwig-Saal hat die Stadtverwaltung fünf Glas- und seit kurzem einen Altkleidercontainer aufstellen lassen. „Je nachdem, wie voll die Behälter sind, werden auch Flaschen oder Tüten voll Müll an die Container gestellt. Die gut gekleideten Festgäste, die nach der Trauung im Eberhard-Ludwig-Saal vor der Kelter zusammenstehen und vielleicht mit Sekt anstoßen, tun mir jedes Mal Leid, dass sie in dieser Umgebung feiern müssen“, sagt eine Anwohnerin.

Bezirksbeiräte wollen nicht länger warten

Deswegen warten die Bezirksbeiräte darauf, dass die Zustände verbessert werden. Die Stadtplaner sind zwar gerade dabei, Umgestaltungspläne für den Keltervorplatz zu entwerfen. Doch bis diese diskutiert, finanziert und umgesetzt werden, wollen die Bezirksbeiräte nicht mehr warten. Marijan Laszlo hat nach Möglichkeiten gesucht und gefunden, Platz vor der Kelter zu schaffen. Seine Vorschläge mündeten in einem Antrag, den alle Bezirksbeiräte einstimmig unterstützen.

Das Herzstück: Die Glascontainer erhalten einen neuen Standort und zwar rund 300 Meter weiter in der Ulmer Straße, auf dem breiten Gehweg gegenüber dem Rewe-Markt. Neben der Litfaßsäule hätte es noch genügend Platz für den Altkleidercontainer. „Hier werden Glasflaschen und Gläser überwiegend gekauft. Dann macht es Sinn, dass die Verbraucher sie dort auch entsorgen können“, meint Laszlo. Ein Nebeneffekt: Die Container würden verhindern, dass auf dem Gehweg geparkt oder verbotenerweise die Ampel umfahren wird. Auch für die Telefonsäule, den Briefkasten und die Box für die Briefträger bietet Laszlo eine Alternative. „Sie würde ich rund 50 Meter weiter in Richtung Taxistand versetzen. Dort müsste es eine alte Telefonleitung für den Taxistand geben und dort wären sie auch kein Hindernis für Behinderte“, so Laszlo.

Schautafeln vorrücken

Als Letztes schlagen die Bezirksbeiräte vor, die Schautafeln zu verrücken: vom jetzigen Standort mehr in Richtung Kelterwand und zudem in den Bereich zwischen Ausgang des Eberhard-Ludwig-Saals und dem Friseursalon. Auf die Litfaßsäule würden die Wangener verzichten. „Dann sieht der Keltervorplatz aufgeräumter aus und die Maßnahmen stehen auch nicht im Widerspruch zu künftigen Umgestaltungsplänen“, meinte Bezirksvorsteherin Beate Dietrich. Denn an der Umgestaltung des gesamten Bereiches wollen die Wangener festhalten. Im Bürgerhaushalt beinhaltet ein Vorschlag zudem die Einrichtung eines Shared Space. Die Fahrbahn würde dann in die Platzumgestaltung mit einbezogen. Dadurch würde ein Bereich entstehen, in dem sich Fußgänger, Radler und Autofahrer den Raum teilen und sich gegenseitig respektieren müssten. „Ob dies gewollt wird, darüber müssen wir nochmals diskutieren“, waren sich die Lokalpolitiker einig.

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