Kepler-Sternwarte Der Blutmond hautnah

Von Kathrin Klette 

Am Montag ist Mondfinsternis. Eine besondere, wie Gottfried Reimann von der Kepler-Gesellschaft erklärt. Die Sternwarte ist bei gutem Wetter geöffnet.

Ein faszinierendes Ereignis: Am Montag färbt der Mond sich rot Foto: Gottfried Reimann
Ein faszinierendes Ereignis: Am Montag färbt der Mond sich rot Foto: Gottfried Reimann

Weil der Stadt - Ein blutroter Mond wird am Montag in aller Früh am Himmel zu sehen sein. Zumindest dann, wenn nicht alles voller Wolken hängt. Wenn sich die Chance auf eine freie Sicht auf den Mond ergibt, lohnt sich ein Besuch in der Johannes-Kepler-Sternwarte in Weil der Stadt. Dort können Besucher einen Blick durch das große Teleskop werfen und den roten Mond aus der Nähe betrachten, berichtet Gottfried Reimann von der Kepler-­Gesellschaft.

Herr Reimann, wie oft oder wie selten gibt es eigentlich einen Blutmond, also eine Mondfinsternis?

Das ist gar nicht so selten, nicht wie bei einer Sonnenfinsternis. Etwa einmal im Jahr kommt das vor. In diesem Jahrhundert gibt es 85 totale und 57 partielle Mondverfinsterungen. Aber nur bei den totalen gibt es einen roten Mond.

Gibt es trotzdem etwas Besonderes an dieser Mondfinsternis?

Das Besondere ist, dass der Mond näher an der Erde ist als sonst. Der Mond hat eine elliptische Umlaufbahn und ist immer etwa zwischen 360 000 und 405 000 Kilometer von uns entfernt. Am Montag sind es sogar nur 357 000 Kilometer.

Sieht der Mond dann also auch größer aus als sonst?

Nein, leider nicht. Der Unterschied ist mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Normalerweise, wenn einem der Mond größer erscheint, ist es eher eine optische Täuschung. Das passiert dann, wenn er nahe am Horizont auftaucht.

In der Kepler-Sternwarte kann man den ­roten Mond am Montag durch das Teleskop ganz aus der Nähe betrachten.

Wenn das Wetter mitmacht, dann ja. Die Wettervorhersagen wechseln gerade ständig. Wenn es regnet oder schneit und der Himmel ganz zu ist, werden wir nicht aufmachen. Aber wenn sich in den Wolken ein paar Lücken auftun, sind wir auf jeden Fall da. Die Besucher können dann die Einzelheiten auf dem Mond beobachten wie die Krater und Gebirge am Mondrand. Wir können auch einen Blick auf Jupiter und seine Monde werfen.

Falls jemand das Spektakel lieber vom ­eigenen Balkon aus beobachten möchte: Wo findet man denn den Mond um diese Zeit?

Bei der Mondfinsternis steht die Erde genau zwischen Sonne und Mond, das heißt, der Mond steht der Sonne gegenüber. Um die Uhrzeit am frühen Morgen also Richtung Südwesten.

Das Gespräch führte Kathrin Klette.

Sternwarte
Die totale Bedeckung des Mondes kann am Montag, 21. Januar, auf der Johannes-Kepler-Sternwarte in Weil der Stadt beobachtet werden. Die Bedeckung beginnt bereits um 4.33 Uhr, die vollständige Mondfinsternis dauert von 5.41 bis 6.44 Uhr. Die Sternwarte öffnet ihre Pforten für dieses Ereignis um 5.30 Uhr – allerdings nur bei ausreichend klarer Sicht. Zu  finden ist sie auf dem Dach des Johannes­Kepler-Gymnasiums Weil der Stadt in der Max-Caspar-Straße 47.