Ein verlockendes Investment, ein vermeintlicher Fernsehstar – und am Ende ein Schaden im fünfstelligen Bereich. In Kernen wurde eine Seniorin Opfer eines perfiden Online-Betrugs.
Eine ältere Frau aus Kernen im Remstal (Rems-Murr-Kreis) ist Opfer eines professionell inszenierten Anlagebetrugs geworden. Der Köder: Ein vermeintlich seriöses Werbevideo mit dem Gesicht eines bekannten Fernsehstars auf Instagram. Die Masche versprach schnelle Gewinne, sichere Renditen – alles schien vertrauenswürdig.
Wie das Polizeipräsidium Aalen erst jetzt mitteilt, hatte sich die Frau Ende Juni auf der Internetseite registriert. Wenig später meldete sich ein unbekannter Mann, der sich als Finanzberater ausgab. Er richtete ein Kundenkonto ein, überzeugte die Geschädigte zur Einzahlung kleiner Beträge. Ein erster Trick: Einer dieser Beträge wurde kurze Zeit später zurück überwiesen – ein geschickter Vertrauensaufbau.
Vorsicht bei Promi-Werbung: Täter arbeiten mit psychologischem Druck
Wenige Tage später erschien auf dem angeblichen Investitionsportal ein vermeintlicher Gewinn: ein niedriger fünfstelliger Betrag. Die Auszahlung sei jederzeit möglich, hieß es. Dafür müsse die Frau lediglich eine TAN-Nummer eingeben. In der Hoffnung, das Geld bald auf dem Konto zu haben, ermöglichte sie dem Täter den Zugriff auf ihr Online-Banking.
Die Folge: Statt einer Auszahlung wurde ein mittlerer fünfstelliger Betrag unbemerkt abgebucht. Das Geld ist weg. Der Täter – wie so oft – anonym, vermutlich im Ausland.
So schützen Sie sich vor Anlagebetrug im Internet
Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche. Seriöse Finanzdienstleister würden niemals über Social Media operieren oder Fernzugriffe auf Bankkonten fordern.
Wichtige Schutzmaßnahmen im Überblick:
- N icht blenden lassen: Versprechungen hoher Rendite sind oft Warnsignale.
- Absender prüfen: Sitzt die Firma im Ausland oder in einer Steueroase? Finger weg.
- Beratung einholen: Sprechen Sie mit Ihrer Bank oder Vertrauten, bevor Sie investieren.
- Keine Fernzugriffe: Gewähren Sie niemals Unbekannten Zugriff auf Ihren PC oder Ihr Banking.
- Jede Transaktion prüfen: Bevor Sie eine TAN freigeben, fragen Sie sich: Ergibt das Sinn?
Was tun, wenn Sie Opfer wurden?
Wer hereingefallen ist, sollte sich nicht schämen, sondern handeln. Laut Polizei zählt jede Minute, um Spuren zu sichern.
Im Betrugsfall gilt:
- Anzeige erstatten: Sofort zur nächsten Polizeidienststelle.
- Beweise sammeln: E-Mails, Chatverläufe, Screenshots, Zahlungsbelege sichern.
- Konto überprüfen: Verdächtige Buchungen sofort melden.
Weitere Informationen und Tipps:
Die polizeiliche Kriminalprävention bietet auf ihrer Internetseite eine Übersicht über gängige Betrugsmaschen und Verhaltenstipps: www.polizeiberatung.de