InterviewKessler zieht es nach Stuttgart Ein eigener Shop nur für Sekt

Im Esslinger Stammhaus: der Geschäftsführer Christopher Baur Foto: /Kessler
Im Esslinger Stammhaus: der Geschäftsführer Christopher Baur Foto: /Kessler

Für die Stuttgarter ein neuer Treffpunkt zum Aperitif und für das Unternehmen eine Kommunikationsmaßnahme: Die Sektkellerei Kessler eröffnet einen Flagship-Store, um „die Marke erlebbar zu machen“. Das gibt es bislang nur in der Modebranche – und für Kaffee.

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)
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Stuttgart - In der Calwer Straße 58 wird voraussichtlich von Ende Juni an nur noch Kessler-Sekt ausgeschenkt. Trotzdem handelt es sich dabei weder um eine Bar noch um ein Lokal, erklärt der Geschäftsführer Christopher Baur.

Herr Baur, normalerweise gibt es Flagship-Stores in der Modebranche. Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

In Deutschland ist unser Konzept wohl noch recht einzigartig. Ich kenne es aus Österreich. Das Wein- und Sektgut Leo Hillinger hat 2005 im Outletcenter Parndorf seinen ersten Flagship-Store eröffnet. Die Idee hatten wir auch schon lange in der Schublade, aber es war nie der richtige Zeitpunkt. Jetzt ist uns eine schöne Immobilie dafür zugeflogen, und wir haben aus dem Bauch heraus entschieden, es zu machen.

Flagship-Store bedeutet: Dort wird es nur Kessler-Sekt zu trinken geben. Ist das auf Dauer nicht etwas langweilig?

Wir wollen kein Geld durch die Gastronomie verdienen, sondern die Marke erlebbar machen. Es ist wie eine Repräsentanz für Kessler-Sekt und ein Treffpunkt zum Aperitif. Unsere Gäste kommen nicht zum Frühstücken oder zum Abendessen, sondern wenn sie einen Grund zum Anstoßen haben. Bei uns wird nur Kessler-Sekt ausgeschenkt und ein Softdrink, aber kein Kaffee und kein Bier. Sicherlich wird es auch kleine Snacks geben. Wir haben die üblichen Ladenöffnungszeiten. Das Geschäft besteht aus zwei Flächen: Rechts ist der Ausschank und links ein Shop, in dem Sektflaschen verkauft werden sowie Accessoires wie Gläser oder Kühler und Kellereiführungen gebucht werden können.

Was zieht Sie nach Stuttgart? Der Stammsitz der Kellerei in Esslingen ist doch nicht weit entfernt.

Wir wollen eine Brücke nach Stuttgart bauen. Die Sektkellerei Kessler ist in der Region stark verwurzelt, die neue Repräsentanz ist eine Kommunikationsmaßnahme. In Esslingen wird das Kessler Karree 18 extrem gut angenommen: Vor der Coronapandemie haben die Leute samstags nach dem Einkauf auf dem Markt bei uns ein Glas Sekt getrunken. Unter normalen Bedingungen geht es in unserem Haus sehr lebendig zu. Im Jahr 2019 wurden 1400 Gruppen durch den Keller geführt, wir hatten 30 000 Besucher.

Was gefällt Ihnen an der Immobilie in der Calwer Straße?

Der Standort ist toll. Es ist ein denkmalgeschütztes Haus, ähnlich wie in Esslingen. Es ist klein und charmant – ideal, um Kessler-Sekt zu präsentieren.




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