Kevin Stöger Edeltechniker Stöger muss robuster werden

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Bisher ist er im Drittligateam des VfB der Mann hinter den Spitzen. Doch zur neuen Saison wird Kevin Stöger ins Bundesligateam aufrücken.

Kevin Stöger Foto: Pressefoto Baumann 45 Bilder
Kevin Stöger Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart - Es ist nicht etwa so, dass Christos Papadopoulos die Figur eines Bodybuilders hätte. Ganz im Gegenteil, der Reha- und Fitnesstrainer des VfB Stuttgart, der einst auch die Muskeln der Schalker Fußballer und der Handballprofis des HSV Hamburg stählte, ist eher ein Hänfling. Doch der promovierte Sportwissenschaftler weiß, wie man Spieler auf die robusten Zweikämpfe in der Fußball-Bundesliga vorbereitet. Daher bekommt der Grieche aus Schorndorf vom nächsten Montag an, wenn auch in der dritten Liga der Spielbetrieb beendet ist, einen mehrwöchigen Spezialauftrag: Er soll das Talent Kevin Stöger vom VfB II in der Zeit vor dem Trainingsstart der Profis körperlich auf ein höheres Niveau bringen.

„Der Kevin besitzt eine tolle Technik und ein gutes Passspiel, aber er hat bei der Robustheit noch Defizite“, sagt der VfB-Cheftrainer Bruno Labbadia. Er hat Stöger ins Profitraining beordert und setzt für die nächste Saison auf den 18-jährigen Mittelfeldspieler aus Oberösterreich, der im Sommer 2009 vom SV Ried kam. Gemeinsam mit dem Innenverteidiger Antonio Rüdiger und seinem Landsmann, dem defensiven Mittelfeldspieler Raphael Holzhauser, bildet Stöger somit das Trio, das in der nächsten Saison vom VfB II kommend fest in den Profikader integriert werden soll.

Die Hoffnungen der Österreicher ruhen auf Stöger

Geht es nach den Lobeshymnen, die vor allem in Österreich auf den jungen Mann aus Steyr gesungen werden, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, wann sich Kevin Stöger, ein kleiner Edeltechniker vom Typus des Tamás Hajnal, bei den Profis durchsetzt. „Er hat vor allem ein gutes Auge und einen guten linken Fuß“, sagt der Manager Fredi Bobic über den 1,73 Meter großen Stöger, der in Stuttgart-Luginsland auf der Anhöhe unweit des Stadions wohnt, und abseits des Platzes ein eher ruhiger Vertreter ist.

„Ich möchte natürlich so schnell wie möglich als Profi Fuß fassen“, sagt Kevin Stöger: „Aber nicht bei jedem geht der erfolgreiche Sprung in den Bundesliga-Fußball so schnell wie etwa bei Mario Götze.“ Während das Dortmunder Ausnahmetalent verletzt die Bundesliga-Rückrunde verpasste, hatte es Stöger zwei Etagen tiefer in der ersten Halbserie erwischt: Im Spiel gegen Oberhausen Anfang Oktober verletzte er sich am linken Mittelfuß und musste bis zur Winterpause aussetzen.

Stöger kehrt in die Drittligamannschaft zurück

Mitte Februar kehrte Kevin Stöger, der Mann hinter den Spitzen, ins Drittligateam zurück, spielte dreimal von Beginn an, ehe dem VfB II eine Niederlagenserie an den Rand der Abstiegszone brachte. „Der Trainer hat mir gesagt, er brauche jetzt Spieler, die körperlich stabil sind“, erzählt der 18-Jährige über das Gespräch mit seinem Trainer Jürgen Kramny, der ihn vorübergehend aus der ersten Elf nahm. Doch inzwischen ist Stöger wieder richtig fit – und daher auch erste Wahl.

Bei den Erstligaprofis soll er schnellstmöglich eine Alternative zu jenem Mann werden, der im VfB-Kader bis jetzt als einer der wenigen konkurrenzlos ist: zum Ungarn Tamás Hajnal, der auf der Zehnerposition stets gesetzt ist. Sollte der nach Nürnberg entliehene Daniel Didavi nach Stuttgart zurückkehren, wäre auf der Position im zentralen offensiven Mittelfeld gar ein Dreikampf denkbar. Allerdings kann Didavi auch auf den Außen spielen; zudem ist ein Modell denkbar, wonach er beim VfB über 2013 hinaus verlängert, im Gegenzug aber noch ein Jahr beim Club bleibt (die StZ berichtete). Kevin Stöger wird diese Entwicklung abwarten: „Ich habe keinen Druck und keinen Zeitplan“, sagt er: „Man muss als Fußballer auch Geduld haben.“