Seit sechs Wochen arbeiten die beiden KI-gestützten Roboter im Edeka Petermann. Ihre Namen haben sie von Mitarbeitenden bekommen, erklärt Inhaber Ronald Petermann. Das Münchner Unternehmen Salesmotion sei auf den Supermarkt zugekommen und habe das Roboter-Konzept vorgestellt. „Sie haben uns klar die Vorteile der Roboter aufgezeigt und da war relativ schnell klar, dass wir das gerne probieren würden“, so Petermann. Die Geräte hat er für zwei Jahre geleast, die Kosten liegen laut dem Inhaber bei 1.200 Euro pro Monat für beide Roboter. Ein Mitarbeiter von Salesmotion hat jedes Gerät zwei Tage lang eingerichtet und ihnen die Wege durch den Markt beigebracht.
Kein Ersatz für menschliches Personal
Ronald Petermann ist mit seinen neuen Mitarbeitern sehr zufrieden. Die menschlichen Mitarbeiter ersetzen die beiden Roboter nicht. Reinigungsmaschine Chantal könne nur ergänzen, sagt Petermann. „Wir haben gedacht, dass wir die Reinigungskraft teilweise umswitchen können. Das ist aber nicht möglich.“ Die Grundreinigung müsse nach wie vor ein Mensch übernehmen. Der Roboter sei aber eine gute Hilfe: Er reinige den Markt tagsüber sehr gut, erklärt Petermann. Das sei ein Plus für die Sauberkeit und auch das Personal sei weniger gebunden und könne in der Zeit zum Beispiel Regale reinigen.
Bei dem Verkaufshelfer gibt es technisch noch Luft nach oben. Der Roboter hat nur Kapazität für 100 Produkte. Bisher kennt er nur die Grundprodukte wie Hefe, Zucker, Mehl oder Eier. Trotzdem sei er eine Unterstützung, so Petermann. „Gerade an der Molkerei wird die Mitarbeiterin viel angesprochen und muss immer alles stehen lassen und mit dem Kunden laufen. Da nimmt Kai-Uwe natürlich sehr viel Zeit ab.“
Kai-Uwe ist ein Highlight für Kinder
Und das Gerät sei eine gute Werbung für den Markt. In den Schulen sei der Roboter ein großes Thema, auch in seiner Freizeit werde er darauf angesprochen. „Wenn die Lehrerin fragt, was die Kinder am Wochenende gemacht haben, war Kai-Uwe Gesprächsthema Nummer eins und cooler als Tripsdrill oder der Schwabenpark“, erläutert Petermann. „Auch wenn er nicht alle Produkte kennt, ist er ein Magnet für die Kinder.“ Insgesamt gebe es viele positive Rückmeldungen zu den Robotern, vor allem von Gästen unter 50 Jahren. Über 70-Jährige empfinden die Verkaufshelfer dagegen eher als störend, so der Inhaber.
Fragt man die Kunden im Laden, hört man gemischte Meinungen zu den Robotern. Jochen Schmieg betont, dass er die Idee super findet. „Es ist toll, dass man fragen kann, wo die Sachen stehen“, sagt er über Kai-Uwe. „Ich würde es nutzen, wenn ich mal etwas suche.“ Eine ältere Kundin findet ihn toll für Kinder, wie sie erzählt. Andere Personen, die im Supermarkt ihren Einkauf erledigen, finden den Roboter dagegen überflüssig. „Man muss ihn erst suchen, in der Zeit kann ich dann meine Sachen selbst suchen“, sagt etwa eine Kundin.
Gemischte Gefühle bei Kunden und Mitarbeitern
Und wie kommt Kai-Uwe bei den Mitarbeitern an? Das sei unterschiedlich, sagt Ronald Petermann. „Es ist für viele ein Spaß. Gerade mit der Musik, da laufen viele vorbei.“ Manchmal kommen sich Kai-Uwe und die Mitarbeiter allerdings auch in die Quere. Zum Beispiel, wenn sie gerade mit ihrem Rollcontainer durch die Gänge fahren und Waren auspacken. Der Roboter kommt dann nicht vorbei und tut das auch lautstark kund. „Es ist auch ein Umdenken für die Mitarbeiter“, sagt Petermann.
Der Supermarkt sei bisher der einzige mit einem Roboter wie Kai-Uwe in der Umgebung, zwölf dieser Maschinen gebe es in ganz Deutschland. Insgesamt sieht Ronald Petermann einen Trend im Einzelhandel, solche Geräte zu nutzen. „Kai-Uwe hat keine Krankmeldung und keinen Feiertag. Und er entlastet die Mitarbeiter.“