Kickers gegen TSV Steinbach Haiger Vom Pechvogel zum Abwehrchef – Vincent Schwab vor Duell mit Ex-Club

Vincent Schwab freut sich mit seinem Innenverteidiger-Kollegen Milan Petrovic (li.) über Erfolge der Stuttgarter Kickers. Foto: IMAGO

Die Stuttgarter Kickers empfangen nach dem Eklat beim OFC den TSV Steinbach. Verteidiger Vincent Schwab spricht über das Spiel gegen seinen Ex-Club, seine Vita und Melkamu Frauendorf.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Vincent Schwab ist ohnehin ein Typ, der über den Tellerrand hinausblickt. Doch nicht nur ihn hat die rassistische Beleidigung gegen Melkamu Frauendorf nach dem Regionalligaspiel in Offenbach nachdenklich gestimmt: „Mel wirkte tief getroffen, doch auch uns Mitspieler hat das mitgenommen“, sagt der Innenverteidiger der Stuttgarter Kickers – und schiebt im Brustton der Überzeugung hinterher: „Ich bin sicher, dass uns das als Mannschaft noch mehr zusammenrücken lässt, noch mehr zusammenschweißt.“

 

Mit dem 1:0 gegen den 1. FSV Mainz 05 II und dem 0:0 beim OFC sind die Blauen sehr ordentlich aus der Winterpause gekommen. Für den Abwehrstrategen besonders wichtig: Hinten steht bisher die Null. Das liegt mit Sicherheit an der Rückkehr von Stammkeeper Felix Dornebusch, aber bestimmt auch an der stabilen Dreierkette. In der nimmt Schwab seit Beginn des Kalenderjahres neben Milan Petrovic (rechts) und Mario Borac (links) die zentrale Rolle ein.

Jacob Danquah lauert auf Chance

Dahinter lauert Jacob Danquah auf seine Chance. Was sich durch die Abkehr von der gewohnten Viererkette geändert hat? „Eigentlich gar nicht so viel, zumal wir im Spiel flexibel sind. Aber wenn wir vorne anlaufen und hinten Mann gegen Mann spielen, dann ist es für die Restverteidigung in einer Dreierkette leichter zu helfen, weil eben noch ein Abwehrspieler dazukommt.“

„Mister Zuverlässig“: Vincent Schwab. Foto: Pressefoto Baumann

Seit Sommer steht Schwab bei den Stuttgarter Kickers unter Vertrag. Nachdem ihn im Dress des TSV Steinbach Haiger in den letzten acht Regionalligaspielen der Saison 2024/25 eine Achillessehnenentzündung auf Eis legte, zog der 22-Jährige sich in der ersten Trainingswoche bei den Blauen einen Handbruch zu. Entsprechend lange dauerte es, bis der Pechvogel seinen Platz im Team fand. Erst ab Ende September machte er fünf Spiele in Folge über 90 Minuten, insgesamt kommt er auf acht Startelfeinsätze.

Der 1,91-Meter-Mann gehörte in der vergangenen Saison zu den Regionalligaverteidigern mit den besten Zweikampfwerten. Er versucht, Ruhe auszustrahlen, gilt als „Mister Zuverlässig“, auf den man sich vor allem im Spiel gegen den Ball verlassen kann. Er spielt keine Risikopässe, er dribbelt auch nicht vom eigenen Strafraum an den gegnerischen. „Bisher spiele ich noch lieber die Spieler an, die das übernehmen“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Jugend bei Waldhof und Sandhausen

Der gebürtige Heidelberger hat bei der SG Oftersheim das Fußball-Abc gelernt. In der U 14 wechselte er zum SV Waldhof Mannheim, ein Jahr später zum SV Sandhausen. Im zweiten A-Junioren-Jahr stand er unter Trainer Alois Schwarz auch zweimal im Zweitliga-Spieltagskader. Nach einer halbjährigen Leihe zum Regionalligisten Eintracht Trier ging es zur Saison 2023/24 für zwei Jahre nach Steinbach. „Ein professionell geführter, ambitionierter Club, der auch immer in die Infrastruktur investiert, um für einen eventuellen Drittligaaufstieg gewappnet zu sein“, sagt er über seinen Ex-Club, der von Hüsni Tahiri trainiert wird, den Schwab als „detailverliebt und sehr fordernd“ beschreibt.

Wie in Steinbach trägt Schwab auch bei den Kickers die Rückennummer 24 – angelehnt an die Basketball-Legende Kobe Bryant. „Seine Mentalität und sein professioneller Umgang mit dem Leistungssport haben mich inspiriert und auch in meiner eigenen Einstellung geprägt“, erklärt Schwab, der seit zwei Jahren ein Fernstudium an der IST-Hochschule für Management betreibt (Sportwissenschaften und Training). Als Fußballidole seiner Kindheit nennt er Sergio Ramos, David Alaba und Cristiano Ronaldo: „Sie erbringen seit vielen Jahren konstant Höchstleistungen und übernehmen dabei viel Verantwortung für ihre Teams.“

Wunsch: Heimsieg ohne Gegentor

In diese Richtung möchte sich auch Vincent Schwab Schritt für Schritt entwickeln. Doch zunächst steht an diesem Samstag (14 Uhr/Gazi-Stadion) das Heimspiel gegen seinen früheren Verein TSV Steinbach Haiger an. Was er sich gegen den Tabellennachbarn wünscht, liegt auf der Hand: „Einen Heimsieg – gerne wieder ohne Gegentor.“

Saison 2025/26

Ergebnisse
1. Göppinger SV – Stuttgarter Kickers (0:2/zweite WFV-Pokal-Runde), SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – Kickers 0:1, Kickers – SV Sandhausen 3:2, VfR Aalen – Kickers (0:2/dritte WFV-Pokal-Runde), Kickers – Eintracht Trier 1:1, 1. FSV Mainz 05 II – Kickers 3:0, Stuttgarter Kickers – Kickers Offenbach 1:2, TSV Weilimdorf – Kickers (1:2/WFV-Pokal-Achtelfinale), TSV Steinbach Haiger – Kickers 0:1, Kickers – SC Freiburg II 4:0, KSV Hessen Kassel – Kickers 3:0, FC Bayern Alzenau – Kickers 3:0, Kickers – SGV Freiberg 1:1, FSV Frankfurt – Kickers 3:0, Kickers – Bahlinger SC 3:0, TSG Balingen – Kickers 0:2, Kickers – TSV Schott Mainz 2:1, FC 08 Homburg – Kickers 2:1, Kickers – FC-Astoria Walldorf 2:1, Kickers – SG Sonnenhof Großaspach 2:1, Kickers – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz 0:1, SV Sandhausen – Kickers 2:1, Eintracht Trier – Kickers 2:4, Kickers – FSV Mainz 05 II 1:0, Kickers Offenbach – Stuttgarter Kickers 0:0.

Termine
Kickers – TSV Steinbach Haiger (7. März, 14 Uhr), SC Freiburg II – Kickers (14. März, 14 Uhr), Kickers – SGV Freiberg (WFV-Pokal-Viertelfinale/17. März, 19 Uhr), Kickers – KSV Hessen Kassel (21. März, 14 Uhr), Kickers – FC Bayern Alzenau (28. März, 14 Uhr). (jüf)

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