InterviewKickers-Torjäger Mijo Tunjic „Ich hatte das gleiche Pech wie Manuel Neuer“

Von Jürgen Frey 

Er hat Erfahrung, er hat einen Torriecher. Doch Verletzungen am Mittelfuß bremsten Mijo Tunjic nicht nur einmal aus. Jetzt steht der Torjäger der Stuttgarter Kickers vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining.

Stürmer Mijo Tunjic beim Torjubel: Darauf hoffen die Kickers-Fans 2018. Foto: Baumann
Stürmer Mijo Tunjic beim Torjubel: Darauf hoffen die Kickers-Fans 2018. Foto: Baumann

Stuttgart - Mijo Tunjic kam im Sommer 2016 als Regionalliga-Torschützenkönig von der SV Elversberg zu den Stuttgarter Kickers zurück. Verletzungen jeweils an der selben Stelle am Fuß warfen den 29-Jährigen zurück. Jetzt steht der Stürmer vor der Rückkehr – und hofft, mit den Blauen möglichst früh den Klassenverbleib zu sichern.

Herr Tunjic, wie geht Ihr Genesungsprozess voran?
Es sieht ganz gut aus, alles läuft nach Plan. Ich absolviere mit unserem Physiotherapeuten Laufeinheiten, Ende dieser Woche möchte ich ins Mannschaftstraining einsteigen.
Dann steht Ihrem Einsatz im ersten Punktspiel 2018 nichts im Weg?
Mein Ziel ist es, am 3. Februar im Nachholspiel bei der TuS Koblenz auf dem Platz zu stehen. Wenn alles perfekt läuft, kann das auch klappen. Andererseits will ich nach meinem dritten Mittelfußbruch nichts überstürzen, die Verletzung muss vollständig auskuriert sein.
Sie sind ein gebranntes Kind.
Irgendwie schon. Ich habe das gleiche Pech wie Nationaltorwart Manuel Neuer, auch ihn hat es dreimal an der gleichen Stelle am Mittelfuß erwischt.
Im März 2014 passierte Ihnen die Verletzung zum ersten Mal.
Ja, das war noch im Dress von Rot-Weiß Erfurt. Ich kam aber topfit zurück und blieb danach zwei Jahre verletzungsfrei, was sich nach meinem Wechsel zur SV Elversberg auch auf meine Torquote auswirkte.
Sie erzielten in der Saison 2014/15 17 Treffer, 2015/16 21 Treffer und holten die Regionalliga-Torjägerkanone.
Genau, umso ärgerlicher ist es, dass ich – seit ich wieder für die Kickers am Ball bin – nicht verletzungsfrei blieb.
Im September 2017 erwischte es Sie beim 1:5 gegen den VfB II. Im November 2016 erlitten Sie im Spiel gegen Ihren Ex-Club Elversberg eine knöcherne Fußverletzung und mussten operiert werden.
Ja, das ist richtig. Damals wie heute standen wir nicht gut da. Nach der Verletzung 2016 wollte ich der Mannschaft so schnell als möglich helfen. Vielleicht war ich damals zu ungeduldig und habe etwas zu früh angefangen, obwohl auf dem Röntgenbild alles in Ordnung war.
Wie schwer wird es diesmal mit den Kickers in der Liga zu bleiben?
Es wird nicht einfach. In der Regionalliga Südwest gibt es so gut wie keine schwachen Gegner und du musst immer 100 Prozent geben. Aber auch wir haben gezeigt, dass wir Qualität haben, und mit jedem mithalten können.
In den Ergebnissen schlug sich dies aber lange Zeit nicht nieder.
Weil wir noch nicht konstant genug spielten. Wir spielten teilweise sehr gute 45 Minuten, führten zur Halbzeit mit 3:0 und schafften es dann dennoch nicht zu punkten.
Warum?
Zum großen Teil lag dies sicher auch am riesigen Verletzungspech der Führungsspieler. Wir erfahrenen Spieler hätten in kritischen Situationen schon eine gewisse Sicherheit und Stabilität ins Team bringen können und den jungen Spielern auch Hilfestellung geben können.
Was hat der neue Trainer Paco Vaz bewirkt?
Vor allem kassieren wir weniger Gegentore. In der Winterpause hat er nochmals alle unsere Spiele detailliert analysiert und unsere Defizite ausgemacht. Am Lösen dieser arbeiten wir jetzt in der Vorbereitung auf Hochtouren.
Was wünschen Sie sich fürs Neue Jahr?
Als allererstes natürlich gesund zu bleiben und mit den Kickers den Klassenverbleib zu schaffen. Grundsätzlich muss unser Anspruch für die Zukunft aber sein, weiter vorne mitzuspielen.
Das wird frühestens in der neuen Saison möglich sein. Ihr Vertrag läuft am Rundenende aus. Bleiben Sie ein Blauer?

Ich will jetzt erst einmal richtig fit werden und Spiele machen. Dann sieht man weiter. Ich kann mir schon gut vorstellen, hier zu blieben. Schließlich bin ich in Esslingen groß geworden. Hier in der Region fühle ich mich mit meiner Familie wohl.