InterviewKinder-Interview mit Lewis Hamilton „Ich schaffe 368 Kilometer pro Stunde“

Von Akiko Lachenmann 

Der Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat bei der Veranstaltung „Stars & Cars“ in der Mercedes-Benz-Arena mit unseren Kinderreportern Marius (11) und René (11) über seine Rennen gesprochen und verraten, wie er Weihnachten feiert.

René (links) und Marius  trafen auf  den  gut gelaunten  Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton. Foto: Lichtgut/Horst Rudel
René (links) und Marius trafen auf den gut gelaunten Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton. Foto: Lichtgut/Horst Rudel

Stuttgart - Marius und René (beide 11) haben nichts dem Zufall überlassen. Das Interview haben sie mit Renés vierjährigem Bruder geprobt. Auch die Selfie-Technik wurde mit der Mutter einstudiert. Nervös waren sie trotzdem, als sich der Weltmeister zu ihnen setzte. Lewis Hamilton begrüßte die Kinderreporter mit Handschlag („Hi, wie geht’s euch heute so?“). Am Ende sagte Hamilton, dass dies heute sein bestes Interview gewesen sei. „Sonst habe ich es nur mit alten Leuten zu tun.“ Ein wirklich kinderfreundlicher Superstar!

Marius: Herr Hamilton, wann dachten Sie das erste Mal daran, ein Rennfahrer zu werden?
Lewis Hamilton: Ich habe schon mit fünf Jahren davon geträumt. Die ersten Kart-Rennen fuhr ich mit acht Jahren.
Marius: Was muss ich tun, um ein guter Formel-1-Fahrer zu werden?
Lewis Hamilton: Du musst dich dem Sport voll hingeben und vieles andere dafür aufgeben. Das Fahren ist ein Handwerk, das du dir hart und mit viel Fleiß erarbeiten musst
René: Waren Sie gut in der Schule?
Lewis Hamilton: Als Legastheniker habe ich mich schwergetan. (Zur Erklärung: Legastheniker sind Menschen, die Probleme beim Lesen und Schreiben haben.) Außerdem verpasste ich freitags den Unterricht, da ich an Wochenenden Rennen fuhr. Ich hinkte die meiste Zeit hinterher. Schule hat mir nicht viel Spaß gemacht.
René: Gab es trotzdem Fächer, die Sie mochten?
Lewis Hamilton: Ja, Sport natürlich! Ich war Spielführer unseres Basketball- und Football-Teams und ich gehörte auch zum Rugby- und Leichtathletikteam. Ich mochte aber auch Fächer wie Musik und Französisch – auch wenn ich die Sprache bis heute nicht kann.
Marius: Was war die höchste Geschwindigkeit, die Sie je erreicht haben?
Lewis Hamilton: Ich glaube, das waren 360 Kilometer pro Stunde. Auf einer Flughafenpiste habe ich mal 368 Kilometer pro Stunde geschafft. Ziemlich schnell, oder?
Marius: Ja! Michael Schumacher ist siebenmal Weltmeister geworden – schaffen Sie das öfter?
Lewis Hamilton: Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Ich wollte immer dreimal Weltmeister werden – so wie mein Vorbild Ayrton Senna (Zur Erklärung: Senna war ein berühmter brasilianischer Fahrer, der bei einem Rennen ums Leben kam.) Das habe ich geschafft und weiß nun gar nicht recht, was als Nächstes kommt. Aber natürlich will ich Weltmeister bleiben.
Marius: Was unterscheidet Sie von Ihrem Teamkollegen Nico Rosberg?
Lewis Hamilton: Schwer zu beschreiben . . .(überlegt). Nico ist gut darin, sein Auto technisch einzustellen. Er hat auch oft ein gutes Gefühl dafür, in welche Richtung der Wagen muss. Ich bin vor allem stark beim Bremsen, ich kann sehr spät bremsen. Wir haben schon so unsere Unterschiede.
René: Wie werden Sie Weihnachten feiern?
Lewis Hamilton: Ich bin ja im Norden von London aufgewachsen, wo das Wetter echt mies ist. Ich sah die weiße Weihnacht nur im Fernsehen. Als Kind habe ich daher immer von Schnee und echtem Winter geträumt. Deshalb verbringe ich mit meiner Familie Weihnachten nun immer in den Bergen von Amerika, mit viel Schnee und einem großen Weihnachtsbaum, der voller Lichter ist.
René: Was wollen Sie nach Ihrer Rennkarriere machen?
Lewis Hamilton:Wenn ich aufhöre, steige ich aus dem Rennzirkus aus, das steht fest. Ich mag Kinder, habe selbst viele Cousins und Cousinen. Deshalb würde ich gerne Schulen für ärmere Kinder bauen, wo sie ein Instrument lernen können und eine gute Ausbildung bekommen. Ich selbst musste erleben, wie mein Schulrektor mir eine gute Ausbildung verwehrt hat. Ich weiß, wie übel sich das anfühlt.

Dieses Interview ist aus der aktuellen Ausgabe der Stuttgarter Kindernachrichten. Sie richtet sich an junge Leser zwischen sechs und zwölf Jahren. Das 24-seitige Magazin erscheint immer freitags und kommt bereits am frühen Morgen in die Briefkästen ihrer Abonnenten. Pinguin Paul, der Chefredakteur, sorgt dafür, dass Nachrichten aus aller Welt verständlich und kindgerecht erklärt werden. Darüber hinaus sorgen Topthemen aus der Region, Freizeittipps, Interviews und Bücherempfehlungen für ein spannendes Lesevergnügen. Und mit einer Rätselseite, Witzen und Gewinnspielen kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Die Stuttgarter Kindernachrichten ist nur im Abonnement erhältlich. Abo bestellen und vier Wochen gratis lesen unter: www.stuttgarter-kindernachrichten.de