Kinder- und Heimatfest in Stuttgart-Vaihingen Traditionspflege mit neuem Konzept

Das Kinder- und Heimatfest soll Anfang Juli in Kombination mit einem französischen Markt stattfinden. Foto: Günter E. Bergmann
Das Kinder- und Heimatfest soll Anfang Juli in Kombination mit einem französischen Markt stattfinden. Foto: Günter E. Bergmann

Nach der Auszeit im Vorjahr wird in Stuttgart-Vaihingen 2017 wieder das Kinder- und Heimatfest stattfinden. Eine zusätzliche Veranstaltung soll mehr Publikum anziehen.

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Vaihingen - Die Erleichterung war dem Vaihinger Bezirksvorsteher Wolfgang Meinhardt anzumerken, als er in seiner Funktion als Vorsitzender des Heimatrings Stuttgart-Vaihingen/Rohr auf der Jahresversammlung am Dienstag verkünden konnte, dass 2017 wieder ein Kinder- und Heimatfest stattfinden wird. Nach der Absage im Vorjahr wird die mehr als 50-jährige Geschichte der Veranstaltung am 8. und 9. Juli weitergehen. Eine Umfrage unter den Mitgliedsvereinen hatte ergeben, dass eine breite Mehrheit für die Beibehaltung des gemeinsamen Festes ist. Uneinigkeit herrschte dagegen darüber, wie die Veranstaltung künftig heißen soll. Da Vorschläge wie „Vaihinger Bürgerfest“ oder „Vaihinger Hocketse“ nicht überzeugen konnten, bleibt der bisherige Name letztlich erhalten.

Französische Kulinarik zum Fest

Eines der Probleme im Jahr 2015 war der Besucherrückgang gewesen. Nun will man einen neuen Anreiz schaffen: Begleitend zu den bisherigen Angeboten wird in diesem Jahr ein französischer Markt stattfinden. „Das Konzept von Horst Brauner, der den ‚Marché Français’ veranstaltet, hat uns überzeugt“, stellte Meinhardt fest. Der Markt, der bereits am 7. Juli öffnen soll, werde vom Warenangebot her einem kleinen Wochenmarkt in der Provence ähneln und entsprechende kulinarische Besonderheiten bieten: Flammkuchen, luftgetrocknete Wurst, Champagner, Käse und Landbrot.

Ein Garant für den Erfolg des Kinder- und Heimatfestes ist das freilich nicht. Im Falle eines Fehlschlags stünde wieder alles auf der Kippe. Reinhold Frank, der Kassier des Heimatrings, hofft, dass es nicht soweit kommt. „Das Fest ist eines von wenigen niederschwelligen Angeboten, bei denen Bürger einfach vorbeischauen und hineinschnuppern können“, betont er. „Viele Vereine feiern lieber in Hallen. Da schaut niemand einfach spontan vorbei. Draußen kann man sich einfach niederlassen. Wenn man am Wochenende Bekannten begegnet, bietet sich die Veranstaltung für einen Zwischenstopp an. Wer neu in Vaihingen ist, kommt hier vielleicht erstmals mit anderen Bürgern ins Gespräch.“

Das Wetter als entscheidender Faktor

Die Verbindung mit dem Marché Français hält Frank für eine gute Idee: „Ich habe den Markt selbst schon einmal besucht, als er in Bad Mergentheim stattfand“, erklärt er. „Die Qualität stimmt und ich könnte mir schon vorstellen, dass so ein paar Leute mehr kommen, die dann idealerweise nicht nur shoppen, sondern auch beim Fest bleiben.“

Das französische Flair ist auch wegen der langen Freundschaft zwischen Vaihingen und der Partnerstadt Melun durchaus passend. Sigrid Meinhard, die sich im Partnerschaftskomitee engagiert, verweist in diesem Zusammenhang auf zehn offizielle Begegnungen im Jahr 2016. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Schüleraustausche. 2017 wird aber auch wieder ein 23-köpfiger Deutschkurs in Vaihingen erwartet – allerdings im Mai und damit zu früh für das Kinder- und Heimatfest, dem nun vor allem eines gefährlich werden kann: das Wetter. „Schlimm wäre nicht nur ein verregnetes Wochenende. Wir hatten auch schon solche Hitze, dass viele lieber ins Freibad oder in den Keller gegangen sind, statt beim Heimatfest zu sitzen“, erinnert sich Reinhold Frank. Der Hundertjährige Kalender verspricht Sonne. Das ist zumindest kein schlechtes Omen.




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