Kinder-Uni in Hohenheim Man kann auch mal Fahrrad fahren

Die Hohenheimer Agrarwissenschaftlerin Iris Lewandowski erklärt den Nachwuchsstudenten die Folgen des Klimawandels. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski 11 Bilder
Die Hohenheimer Agrarwissenschaftlerin Iris Lewandowski erklärt den Nachwuchsstudenten die Folgen des Klimawandels. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Bei der Kinder-Uni erklärte die Agrarwissenschaftlerin Iris Lewandowski von der Uni Hohenheim, wie man mit einer Pflanze das Klima retten könnte. Als Beispiel hatte die Forscherin den Riesen-Chinaschilf Miscanthus dabei.

Wissenschaft: Tanja Volz (vz)
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Stuttgart - Bei der Kinder-Uni in Hohenheim drehte sich diesmal alles um den Klimaschutz. Die Agrarwissenschaftlerin Iris Lewandowski zeigte den jungen Studenten auf, was jeder von uns für das Klima tun kann.

Warum wird die Erde wärmer? Die Erde bekommt Fieber, erklärte Iris Lewandowski den Nachwuchsstudenten. Weil die Menschen zu viele Treibhausgase produzieren, wird es auf dem Planeten immer wärmer. Zu diesen Treibhausgasen gehört auch Kohlendioxid, kurz CO2 genannt.

Welche Folge hat der Temperaturanstieg? Wenn die Temperaturen steigen, schmilzt das Eis an den Polen. Der Meeresspiegel steigt, küstennahe Gebiete werden überschwemmt: „Der Strand kommt dann zwar näher nach Stuttgart, aber das ist nicht gut“, sagte die Professorin. Denn es gibt damit weniger Erde, auf der die Menschen leben und ihre Nahrung anbauen können. Außerdem verlieren Tiere wie Eisbären oder Pinguine ihre Heimat, denn sie können nur im ewigen Eis leben. Außerdem gibt es viel mehr heftige Unwetter. Krankheiten, die es bisher nur in den Tropen gab, wie etwa Malaria, werden auch in Europa zum Problem. „Der Klimawandel findet statt, auch wenn Erwachsene immer wieder das Gegenteil behaupten“, berichtete die Forscherin.

Wie entsteht Kohlendioxid? Diese kleine Molekül atmen wir mit jedem Atemzug aus. Es entsteht jedoch in viel größeren Mengen, wenn etwa Kohle oder Erdöl verbrannt wird. Aber auch bei der Produktion von Plastik entsteht CO2. Es ist zusammen mit anderen Treibhausgasen Schuld am Treibhauseffekt, also daran, dass es immer wärmer wird.

Was kann man gegen die Erwärmung tun? Eigentlich musste die Wissenschaftlerin gar nicht mehr viel erklären. Die Nachwuchsstudenten hatten viele Ideen, wie man die Erde retten könnte: Weniger Auto fahren, weniger heizen, die Energie umweltfreundlich gewinnen. Umweltfreundlich bedeutet beispielsweise Sonne, Wind und Wasser zu nutzen. Zudem sollte man den Regenwald nicht abholzen. Begeistert über so viel Wissen und Engagement für die Umwelt bestärkte Lewandowski die Kinder, so weiter zu machen und nach dem Abitur in ihre echten Vorlesungen zu kommen.

Warum soll man Bäume pflanzen? Pflanzen atmen gewissermaßen umgekehrt: Sie nehmen das CO2 aus der Luft auf und zusammen mit dem Licht der Sonne betreiben sie Fotosynthese. Dabei entsteht unter anderem Sauerstoff, den Menschen und Tiere zum Atmen brauchen. Wenn man also den Regenwald abholzt, zerstört man die grüne Lunge der Erde. Weil Pflanzen das schädliche CO2 aufnehmen, ist es sinnvoll, Bäume zu pflanzen. Das hat sich vor vielen Jahren auch der damals neunjährige Felix Finkbeiner gedacht und die Organisation „Plant for the Planet“ gegründet: Kinder sollen einfach so viele Bäume pflanzen, dass der Teufelskreis der Erderwärmung unterbrochen wird.

Was sind Bioenergiepflanzen? Aus Pflanzen, wie etwa dem Riesen-Chinaschilf Miscanthus, kann man Energie gewinnen. Es wächst sehr schnell und nahezu ohne umweltschädlichen Dünger in schwindelnde Höhen: Bis zu dreieinhalb Meter hoch wird die Pflanze. Aus diesen Riesenpflanzen können Strom und Wärme gewonnen werden. Und mit den Pflanzenfasern kann man viele verschiedene Produkte herstellen. Die Forscherin hat einige in die Vorlesung mitgebracht: Ziegelsteine, Pflanzentöpfe oder Briketts.

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