Kinder-Uni Ziegelsteine aus Pflanzen helfen dem Klima

Iris Lewandowski forscht viel in der freien Natur. Foto: Rehmann
Iris Lewandowski forscht viel in der freien Natur. Foto: Rehmann

Iris Lewandowski erforscht an der Uni Hohenheim, warum man mit Pflanzen die Welt retten kann – zumindest ein bisschen. Bei der Kinder-Uni an diesem Samstag erklärt sie, welche Pflanzen sich für den Klimaschutz eignen.

Wissenschaft: Tanja Volz (vz)
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Stuttgart - Pflanzen sind in einem Zimmer schön anzusehen. Viele Pflanzen kann man auch essen, roh als Salat oder gekocht als Kartoffelbrei. Man kann mit Pflanzen sogar Auto fahren. Aber kann man mit Pflanzen tatsächlich die Welt retten? Kann man, sagt Iris Lewandowski von der Universität Hohenheim. Sie leitet hier das Fachgebiet Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergiepflanzen. In ihrem Labor, das sich hauptsächlich in der freien Natur auf dem Feld befindet, untersucht sie sogenannte Bioenergiepflanzen. Aus diesen Pflanzen kann man Energie gewinnen, wie der Name schon sagt.

„Es geht darum, von den fossilen Rohstoffen, dazu gehört das Erdöl, wegzukommen“, erklärt sie. Wenn man Energie aus Pflanzen gewinnen kann, ist das gut für die Umwelt, denn diese verändert sich, weil sich die Atmosphäre aufheizt. Damit verändert sich das Klima: Es wird wärmer, es gibt mehr Unwetter, und der Meeresspiegel steigt, weil das Eis an den Polen schmilzt. Viele Küstenregionen könnten überschwemmt werden. Und die Eisbären und Pinguine verlieren ihre Heimat im ewigen Eis. Man könne, so wird die Wissenschaftlerin bei ihrer Kinder-Uni-Vorlesung am heutigen diesem Samstag erklären, mit Pflanzen etwas gegen diese Veränderung tun.

Die Professorin sagt auch, was jeder für das Klima tun kann

Allerdings haben viele Menschen ein Problem damit, eine Pflanze zu verheizen oder Produkte daraus herzustellen, wenn man sie gleichzeitig essen könnte und sehr viele Menschen auf der Erde gleichzeitig hungern müssen. Eine echte Alternative zu Mais oder Raps ist das Riesen-Chinaschilf Miscanthus. Dieses Schilf ist völlig ungenießbar. Es wächst sehr schnell und nahezu ohne umweltschädlichen Dünger in schwindelnde Höhen: Bis zu dreieinhalb Meter hoch wird die Pflanze. Iris Lewandowski untersucht schon seit vielen Jahren, welche Varianten der schilfartigen Gräser besonders gut geeignet sind, um etwa auf salzigen oder trockenen Böden zu wachsen. Aus diesen Riesenpflanzen können Strom und Wärme gewonnen werden. Und mit den Pflanzenfasern kann man viele verschiedene Produkte herstellen: „Ziegelsteine, Pflanzentöpfe oder Briketts entstehen aus dem gepressten Süßgras“, erklärt die Agrarwissenschaftlerin und Mutter einer zwölfjährigen Tochter. Auch Dächer könne man damit dämmen.

Wie diese Pflanze aussieht und was man damit alles machen kann, davon könnt Ihr Euch als Nachwuchsstudenten bei der Vorlesung selbst überzeugen. Auch davon, was ihr selbst vielleicht dazu beitragen könnt, um den Planeten Erde vor dem Aufheizen zu bewahren. Vielleicht denkt Ihr ja auch schon vor der Vorlesung darüber nach, ob man wirklich überall hin mit dem Auto fahren muss, und redet vielleicht auch mit Euren Eltern darüber.

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