Kinderbetreuung Bei den Neubauten ist Eile geboten

Der Kindergarten Neuhäuser Bach bekommt einen Erweiterungsbau. Foto: Jens Noll
Der Kindergarten Neuhäuser Bach bekommt einen Erweiterungsbau. Foto: Jens Noll

Der Um- und Neubau von Kinderhäusern in Bernhausen, Plattenhardt und Harthausen ist beschlossen. Der Zeitplan ist eng, bis 2014 müssen die Gebäude stehen.

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Filderstadt - Um mehr Platz für die Kleinkindbetreuung zu schaffen, plant die Stadt einen Erweiterungsbau beim Kindergarten Neuhäuser Bach in Bernhausen, den Neubau eines Kinderhauses neben der Weilerhauschule in Plattenhardt sowie ein neues Kinderhaus neben der Jahnschule in Harthausen. Kostenpunkt: insgesamt knapp neun Millionen Euro – fast das gesamte Budget für den Ausbau der Kinderbetreuung, wie es im Haushaltsentwurf 2012/2013 vorgesehen ist.

Am Montag hat der Gemeinderat der Strategie zur Abwicklung des Projekts zugestimmt. Das musste er im Prinzip auch, denn der Terminplan für die drei Vorhaben ist eng. Um Geld aus dem Programm „Kinderbetreuungsfinanzierung 2008-2013“ des Bundes zu erhalten, müssen die Kinderhäuser zum 1. Januar 2014 in Betrieb genommen werden. Dass die Gebäude kommen, steht bei den Stadträten außer Frage. Vor Weihnachten haben sie bereits entsprechende Beschlüsse gefasst. Nun hätten sie allerdings gerne noch einen Wunsch von Ullrich Heller, dem Schulleiter der Jahnschule, in ihr Konzept mit eingearbeitet.

Am Tag der Sitzung ging das Schreiben der Jahnschule ein, in dem Heller den Wunsch äußerte, zusätzliche Räume für die Schulkindbetreuung zu erhalten. Die Mittagspausen- und Kernzeitbetreuung, so Hellers Idee, könne man in das neue Kinderhaus hineinnehmen. Abends im Gemeinderat griff Rolf Kurfess, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, diese Idee auf und schlug eine Ergänzung der Vorlage vor. Man solle prüfen, ob es die Möglichkeit gäbe, zusätzlichen Raum zu schaffen.

Stadträte: Schulkindbetreuung mit berücksichtigen

„Wenn wir schon neu bauen“, sagte Johannes Jauch, „dann sollten wir auch versuchen, die Kernzeit unterzubringen.“ Der Fraktionsvorsitzende der FDP verlangte, dass auch Harthausen die „überall geforderte Schulsozialarbeit“ bekommen solle. Karin Selje (SPD) und Matthias Gastel (Grüne/FFL) rieten davon ab, vorschnell etwas zu beschließen, sondern zunächst detaillierte Informationen einzuholen.

Die CDU-Fraktion könne das Anliegen Hellers mittragen, teilte deren Vorsitzender Christoph Traub mit. „Die Frage ist, ob der Antrag so weit ist oder ob wir tatsächlich Zeit verlieren“, warf er ein und sprach damit den entscheidenden Punkt an. Bei dem Bauvorhaben gilt tatsächlich: Zeit ist Geld. Wie Klaus Heim, Leiter der Hochbauabteilung, erklärte, müsse man prüfen, ob eine Erweiterung des Neubaus eine Änderung des Bebauungsplans erfordert. Das verzögere den Projektplan. „Die Gefahr besteht, dass der Antrag auf Zuschüsse nicht rechtzeitig gestellt wird“, sagte er.

Bürgermeister Andreas Koch bekräftigte, dass man das Konzept in dem engen Zeitplan nun beschließen müsse. „Die Deckung der Bedarfe in der Kinderbetreuung stand im Vordergrund“, sagte er. Das Ziel des Ausbaus der U 3-Betreuung dürfe nicht gefährdet werden. „Ich halte es im Moment nicht für den richtigen Zeitpunkt, um über Bedarfe an Räumen nachzudenken. Wir müssen erst einmal die Entwicklung der Schülerzahlen abwarten“, sagte Koch.

Der Zeitplan endet im März 2014

„Meines Wissens ist Handlungsbedarf gegeben“, entgegnete Stefan Hermann von den Freien Wählern. „Könnte es unterm Strich nicht kostengünstiger sein, wenn wir ein Gesamtpaket machen?“, fragte er. „Wichtig ist, dass diese Konzeption zur Kleinkindbetreuung heute beschlossen wird“, erinnerte Selje und ergänzte: „Wenn die hinausgezögert wird, dann sind die Zuschüsse weg. Ich weiß nicht, ob wir uns das leisten können.“

Schließlich appellierte auch Oberbürgermeisterin Gabriele Dönig-Poppensieker an die Stadträte, der Projektabwicklung zuzustimmen, um den Bau der Kinderhäuser angehen zu können. „Wir haben eigens Projektsteuerer beauftragt und viel Geld in die Hand genommen“, sagte sie. Ein Ingenieurbüro hat den Rahmenterminplan erstellt. Dieser endet im März 2014. Bis dahin muss die Stadtverwaltung die Kosten für die Förderung abgerechnet haben.

Die Oberbürgermeisterin versprach, das Schreiben der Jahnschule in den weiteren Planungen zu berücksichtigen. Der Gemeinderat stimmte bei zwei Enthaltungen der Beschlussvorlage zu.




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