Kinderbetreuung Defizit bei U3-Kitaplätzen – Dennoch entspannt sich die Lage in Esslingen

Alle Dreijährigen bekommen in Esslingen einen Kindergartenplatz. Im U3-Bereich gibt es weiterhin ein Defizit. Foto: picture alliance/dpa

In Esslingen gibt es mehr Kindergartenplätze für Dreijährige als Anmeldungen. Im U3-Bereich reicht das Angebot weiterhin nicht aus. Aber auch hier ist die Stadt optimistisch.

Reporter: Petra Pauli (pep)

Gute Nachrichten im Zusammenhang mit dem Thema Kinderbetreuung sind bislang eher rar. In Esslingen zeichnet sich nun eine positive Entwicklung ab. Auch wenn die Bilanz, die die Stadtverwaltung zum aktuellen Anmeldestand jetzt vorlegte, noch längst nicht makellos ist. Im Altersbereich der Ein- bis Dreijährigen ist die Gesamtzahl der fehlenden Plätze zwar deutlich gesunken, dennoch bleibt ein Defizit. Aktuell warten im Ganztag noch zehn Familien auf einen Platz, bei den Regelkindergärten und den verlängerten Öffnungszeiten (VÖ) sind noch 48 U3-Kinder ohne Betreuungsplatz.

 

In diesen Zahlen sind die Plätze in der Tagespflege ebenso wenig eingerechnet wie die Angebote privater Kitas, deren Plätze nicht zentral über die Stadt vergeben werden. Die Abteilungsleiterin Kindertageseinrichtungen der Stadt geht deshalb davon aus, dass faktisch mehr Plätze zur Verfügung stehen, als die Statistik nahelegt, und dass Familien deshalb noch fündig werden können. „Ich gehe davon aus, dass am Ende niemand leer ausgeht und alle U3-Kinder einen Platz bekommen“, sagte Bea Winkle im Ausschuss für Bildung, Erziehung und Betreuung.

Bedarf von Ganztag verschiebt sich in Richtung VÖ

Insgesamt konnte die Stadt im U3-Bereich mehr Plätze vergeben als noch im Vorjahr. Das Defizit hat sich beachtlich reduziert: von 226 Plätzen auf inzwischen 58 Plätze. Bei den Drei- bis Sechsjährigen übersteigt das Angebot die Nachfrage nach Betreuungsplätzen sogar. Stadtweit gibt es 78 freie Plätze. Grund hierfür ist, dass mehr Plätze als im Vorjahr zur Verfügung stehen und sich gleichzeitig weniger Kinder auf der Warteliste befinden. „Es zeigt sich, dass insgesamt die Nachfrage nach VÖ weiter steigt, während der Bedarf im Ganztag zurückgeht“, sagte Bea Winkle. Das dürfte auch daran liegen, dass VÖ mit bis zu sieben Stunden täglicher Betreuungszeit in Esslingen deutlich günstiger als der Ganztag ist. Die Stadt hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass diese Preisunterschiede auch als ein Lenkungsinstrument in Richtung VÖ dienen. Weil in diesem Bereich unter anderem ein anderer Personalschlüssel gilt, können mehr Plätze angeboten werden und die Kosten sind geringer.

Neues Problem? Gibt es bald zu viele Kitaplätze?

In allen Altersgruppen geht die Zahl der Kinder, die eine Betreuung benötigen, zurück. Dieser Trend müsse beobachtet werden und könnte sich künftig in der Bedarfsplanung niederschlagen, kündigte der Leiter des Amts für Bildung, Erziehung und Betreuung an. „Wir können es uns nicht leisten, Plätze anzubieten, die später niemand braucht“, sagte Bernd Berroth in der Ausschusssitzung.

Das neue Kitajahr beginnt am 1. September 2026. Eltern, die einen Betreuungsplatz benötigen, mussten sich bis zum 15. Februar bei der Stadtverwaltung anmelden. Nach dieser Frist erfolgt die zentrale Platzvergabe. In der aktuellen Statistik sind alle Anmeldungen mit einem Wunschstartdatum bis zum 28. Februar 2027 berücksichtigt. Die Plätze werden nach festgelegten Kriterien vergeben, die der Esslinger Gemeinderat 2022 beschlossen hat. Beispielsweise wird berücksichtigt, ob Kinder eine Anschlussbetreuung in ihrer bisherigen Kita benötigen, wie alt die Kinder sind, ob es Geschwisterkinder gibt oder wie nah der Wohnort ist.

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