Kinderbetreuung im Rems-Murr-Kreis Sogar Container werden als Kita genutzt

Von Luitgard Schaber 

Für fast 200 zusätzliche Kita-Plätze muss allein Weinstadt in den kommenden Jahren sorgen. Auch die übrigen Großen Kreisstädte hält der notwendige Ausbau von Betreuungseinrichtungen in Atem.

In den heimischen Kitas reicht der Platz nicht mehr aus. Foto: dpa
In den heimischen Kitas reicht der Platz nicht mehr aus. Foto: dpa

Rems-Murr-Kreis - Weinstadt muss sein Angebot in der Kinderbetreuung erheblich ausbauen. Nach der aktuellen Bedarfsplanung müssen in den kommenden zehn Jahren rund 190 zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen werden. Der geplante Bau der Kindertagesstätte Irisweg im Endersbacher Neubaugebiet Halde V reicht dafür bei Weitem nicht aus – auch wenn die Kita statt mit ursprünglich vier vorgesehenen Gruppen gleich mit fünf in Betrieb gehen wird. Gelegen kommt der Stadt die Offerte der Trägervereins CBBE, eine Kita mit 55 Betreuungsplätzen einzurichten.

Doch auch hiermit kann der Bedarf an zehn neuen Gruppen für unter und vier Gruppen für über Dreijährige bis zum Jahr 2027 noch nicht gedeckt werden und der Bau einer dritten Einrichtung ist notwendig. Dazu sollen nun Grundschulen in Beutelsbach und Schnait als mögliche Standorte untersucht werden. Zudem denkt man über den Ausbau bestehender Kitas nach.

Schorndorf sieht großen Bedarf bei über Dreijährigen

Mit dem Problem, dringend neue Kita-Plätze schaffen zu müssen, ist Weinstadt nicht allein. So geht man in Schorndorf davon aus, dass bis zum Jahr 2025 für unter Dreijährige voraussichtlich 175 zusätzliche Plätze benötigt werden. Grundlage der Berechnung ist, dass etwa die Hälfte der Eltern eine Betreuung für ihr Kleinkind in einer Einrichtung brauchen wird, während weitere unter Dreijährige über den örtlichen Tageselternverein individuell versorgt werden können. „Unser momentan schon geplanter Ausbau sieht weitere 150 Plätze vor. Offen sind hier noch die Entwicklungen in Weiler und in der Kernstadt, wo wir noch Optionen haben, zwei weitere Häuser in Planung zu nehmen“, erklärt die Stadtsprecherin Nicole Amolsch, wie man darauf reagieren wird. Einen fast ebenso großen Bedarf mit 165 Plätzen erwarte man bei den über Dreijährigen. In diesem Bereich seien 115 weitere Plätze geplant. „Da wir hier im Moment jedoch schon freie Plätze haben, sind wir bis 2025 in der guten Situation, dass wir mehr als 50 Plätze mehr haben, als wir benötigen.“ Diese wolle man – so weit es rechtlich möglich sei – für unter Dreijährige nutzen.

Auch in Fellbach müssen die Kapazitäten ausgebaut werden. Grundsätzlich wüchsen die Zahlen im Kleinkind- und Kindergartenalter weiter an, wie die städtische Pressesprecherin Sabine Laartz auf Anfrage mitteilt. So benötige man etwa im aktuellen Kindergartenjahr 1576 Plätze für über Dreijährige. Für das kommende Kindergartenjahr liege der Bedarf bei 1659 und für das darauf folgende seien 1712 prognostiziert, bei einer Abdeckung von 97,5 Prozent der Kinder im entsprechenden Alter. Vor allem in den Gebieten Fellbach-Süd und Oeffingen werden die Betreuungsplätze knapp. Daher sei der Bau eines viergruppigen Kindergartens in Oeffingen bereits beschlossene Sache und eine siebengruppige Einrichtung an der Kienbachstraße im Fellbacher Süden solle noch in diesem Jahr errichtet werden. Dabei würden in beiden Kitas insgesamt auch vier Gruppen für U-3-Betreuung eingerichtet. Mittelfristig seien weitere Einrichtungen sowie der Ausbau bestehender Kindergärten geplant.

Backnang: Zunehmende Einwohnerzahlen

Für einen steigenden Betreuungsbedarf rüstet man sich auch in Backnang. Ursächlich hierfür sind weiter zunehmende Einwohnerzahlen durch eine intensivere Wohnbauentwicklung, wie etwa auf der Oberen Walke. Bereits im vergangenen Sommer hatten 1252 vorhandene Kindergartenplätzen eine Nachfrage von 1314 gegenübergestanden. In den kommenden beiden Jahren erwartet man durch Zuzüge 69 beziehungsweise 63 über Dreijährige mehr sowie 137, beziehungsweise 114 unter Dreijährige. Dem begegnet man durch diverse Erweiterung bestehender Kitas auf insgesamt 305 Plätze im Krippen- und 1475 im Kindergartenbereich.

Der Trend deutlich steigender Kinderzahlen im Kindergartenalter, der sich in den vergangenen Jahren schon angedeutet habe, setze sich in den kommenden Jahren fort, ist über die Entwicklung im Kita-Bereich auch in der Bedarfsplanung von Winnenden zu lesen. Dadurch müssten bis zum Jahr 2026 rund 120 Kindergartenplätze sowie rund 35 bis 40 Krippenplätze allein in der Kernstadt zusätzlich geschaffen werden. Dazu soll eine neue Kita gebaut werden. Da auch in den sechs der sieben Winnender Stadtteilen – bis auf Breuningsweiler – die Nachfrage nach Betreuung wächst, sind auch dort unter anderem Kita-Neubauten geplant. Zudem will man das Gebäude des ehemaligen Jugendhauskindergartens der evangelischen Kirchengemeinde als Interimslösung anmieten.

Auf der Suche nach einer solchen Interimslösung ist man derzeit auch in Waiblingen. Denn bereits jetzt warten allein in der Kernstadt 86 Kinder auf einen Betreuungsplatz. Von den geplanten Kita-Neubauten wird jedoch keine vor dem Herbst nächsten Jahres fertig werden. Darüber hinaus plant man unter anderem in den für die Sanierung des Salier-Schulzentrums aufgestellten Containern, eine Kita einzurichten.