Kinderbetreuung in Ditzingen OB fordert Grundsatzbeschluss

Was darf die Kinderbetreuung in der Stadt kosten? Das muss der Gemeinderat entscheiden. Foto: factum/Archiv
Was darf die Kinderbetreuung in der Stadt kosten? Das muss der Gemeinderat entscheiden. Foto: factum/Archiv

Die Gebühren für die Kinderbetreuung werden weiter steigen. Darin ist sich der Gemeinderat einig. Die Frage ist, ob er die Eltern auch für die Verpflegung stärker zur Kasse bittet.

Ludwigsburg: Franziska Kleiner (fk)
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Ditzingen - Zehn Prozent lautet die Empfehlung der Kommunalen Spitzenverbände, die Stadtverwaltung schlägt eine Erhöhung der Kinderbetreuungsgebühr für 2017 um sechs Prozent vor. Das entspricht im Grundsatz der Entscheidung des Gemeinderats. Dieser hatte im Juni 2015 beschlossen, das Defizit im Stadtsäckel nicht noch größer werden zu lassen.

Jahrelang hatte der Oberbürgermeister Michael Makurath für eine Gebührenanpassung geworben, jahrelang hatte sich der Gemeinderat dagegen gesträubt. Nun aber, da der Grundsatzbeschluss gefasst ist, ist auch die neuerliche Erhöhung mehrheitsfähig. Unklar ist die Höhe: Die SPD-Fraktionschefin Sabine Roth sprach sich für ein Plus von sechs Prozent aus, „aber keinesfalls höher“. Manfred Grossmann (Freie Wähler) missfielen „lediglich sechs Prozent“ vor dem Hintergrund des Grundsatzbeschlusses aus 2015.

Mit der Erhöhung will die Kommune die gestiegenen Personalkosten auffangen, weil diese „dank der Tarifverhandlungen gestiegen sind“, so Makurath. Er wolle dies nicht bewerten, so der OB. Erzieher seien eben „sehr gefragt und der Markt ist eng“. Doch es müsse auch bezahlt werden. 80 Prozent tragen Kommunen und Land, 20 Prozent wird über Elternbeiträge abgedeckt. Für die Ganztagesbetreuung gibt es keine landesweite Empfehlung, die Gebühren sind in Ditzingen seit zwölf Jahren unverändert. Die Verwaltung schlägt vor, vom Kindergartenjahr 2017 an die Gebührentabelle um eine siebte Stufe für Einkommen über 3350 Euro zu ergänzen.

Angebote liegen noch nicht vor

Eingedenk des Grundsatzbeschlusses lenkte der Rathauschef das Augenmerk deshalb weg von der Betreuung hin zu den Verpflegungsgebühren. Bisher werden die Sach-, nicht aber die Personalkosten auf die Eltern umgelegt. „Wir wollen in die Diskussion mit Ihnen kommen“, wandte der OB sich an die Stadträte. Schon jetzt liegen die Kosten für die Essensausgabe insgesamt bei mehr als 400 000 Euro jährlich. Der Abmangel für die Kinderbetreuung insgesamt liegt bei rund zehn Millionen Euro im Jahr. „Es wird nur günstiger, wenn wir einen externen Anbieter wählen“, so der OB. Derzeit hat die städtische Tochter Sodi eigens Kräfte für die Essensaugabe engagiert. Ihre Stundenpauschale liegt laut der Verwaltung künftig mehr als 30 Euro. Vergleichbare Cateringanbieter arbeiten mit Pauschalen von rund 20 Euro. Bei einer Entscheidung für externe Anbieter müsse man einen Personalabbau bei der eigenen Tochter in Erwägung ziehen, so der OB.

Weil die Leistung erneut ausgeschrieben werden muss, Angebote für die Essenslieferung aber erst eingeholt werden müssen, warb der Verwaltungschef dafür, in einem ersten Schritt ausschließlich über die Betreuungsgebühr zu befinden. So wolle man keine Zeit verlieren.

Entscheidung vertagt

Letztlich wurde die Entscheidung vertagt. Zur nächsten Beratung sollen weitere Berechnungen auf dem Tisch liegen. Die CDU hatte nämlich keine prozentuale Erhöhung gefordert, sondern eine Steigerung in absoluten Zahlen. Als Berechnungsgrundlage dient ihr der Landesrichtsatz. Liegt dieser etwa für die Regelbetreuung von Dreijährigen in diesem Jahr bei 112 Euro, wäre dies bei einem Aufschlag von sechs Prozent ein Plus von sieben Euro. Eltern eines Dreijährigen in Ditzingen müssten fortan statt 93 Euro dann 100 Euro bezahlen. „Damit öffnet sich die Schere nicht weiter von den Spitzenverbänden weg“, argumentierte Sven Sautter.

Die Mitglieder des Ausschusses für Finanzen, Kultur und Soziales vertagte deshalb die Entscheidung in eine der nächsten Sitzungsrunden.




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