Kinderbetreuung in Friolzheim Schließtage als Kompromiss für die Eltern

Von Holger Schmidt 

Die Erhöhung der Kindergartenbeiträge sorgt im Gemeinderat für Diskussionen.

„Kinder kosten Geld“, sagt Barbara Merz-Schabel. Foto: pixabay
„Kinder kosten Geld“, sagt Barbara Merz-Schabel. Foto: pixabay

Friolzheim - Was eigentlich im Friolzheimer Gemeinderat schon vor mehr als vier Jahren beschlossen wurde, führte nun wieder einmal zu längeren Diskussionen: Die alljährliche Anpassung der Elternentgelte für die Kindergarten- und Krippenbetreuung. Um sieben Euro pro Monat erhöht sich von 1. September an beispielsweise die Gebühr fürs erste Kind im Regelkindergarten, bis zu 33 Euro sind es bei der Ganztagesbetreuung in der Kinderkrippe. „Diese Erhöhung ist mir zu viel“, formulierte FWV-Rätin Ellinor Schmidt die auch vom Elternbeirat geäußerten Bedenken. „Kinder kosten Geld“, entgegnete auf der anderen Seite des Ratstisches Barbara Merz-Schabel (WFF).

Die Verwaltung orientierte sich bei ihrer Vorlage, wie 2015 gemeinsam festgelegt, an den Empfehlungssätzen des Gemeindetags, basierend auf einem angestrebten Kostendeckungsgrad aus Elternentgelten in Höhe von 20 Prozent. In Friolzheim beträgt dieser derzeit 16,07 Prozent und würde nach aktuell abnehmender Belegung für das Kindergartenjahr 2019/2020 sogar auf 15,5 Prozent fallen. Dass die Gemeinde die Eltern ausnehme, wie es der Elternbeirat etwas drastisch formulierte, wollte die Verwaltung deshalb so nicht stehen lassen.

„Kinder sind uns viel wert“

„Die Kinder im Ort sind uns sehr viel wert“, verwies Bürgermeister Michael Seiß darauf, dass schließlich die Gemeinde für über 80 Prozent der Gesamtkosten der Kindergarten- und Krippenbetreuung aufkomme.

„Wir müssen mittelfristig an die Kostenstruktur ran“, forderte Ferry Kohlmann und stieß damit bei den anderen Gemeinderäten und der Verwaltung auf offene Ohren. Von der Schaffung eines „günstigen Basisangebotes“ zusätzlich zu dem im Vergleich mit anderen Gemeinden überdurchschnittlich hohen Standard der Kinderbetreuung sprach der CDU/BL-Fraktionsvorsitzende. „Reduzieren und zurückfahren wird nicht gehen“, meinte dagegen Helmut Jentner. Der scheidende FWV-Fraktionsvorsitzende will aber die außergewöhnlich hohe Anzahl von 31 Schließtagen genauer unter die Lupe nehmen. „Über die Schließtage können wir den Eltern entgegenkommen“, ist sich auch Ellinor Schmidt sicher.

Mit großer Mehrheit folgte das Gremium letztlich dem Beschlussvorschlag der Verwaltung. Der Kindergartenausschuss wird die Betreuungskosten einer kritischen Prüfung unterziehen, bevor sich schon in einer der nächsten Sitzungen der im Mai neu gewählte Gemeinderat in etwas anderer Zusammensetzung erneut mit dem Thema beschäftigt.




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