Die Stadt Leinfelden-Echterdingen bemüht sich nach Kräften darum, die Situation bei der Kinderbetreuung zu verbessern. Doch noch immer warten 214 Eltern auf einen Kitaplatz für ihr Kind. Gegenspieler sind nicht nur der Fachkräftemangel, sondern auch Lieferverzögerungen, Probleme mit Handwerksfirmen und andere Unwegsamkeiten. Das zeigt ein Blick auf verschiedene Kita-Baustellen.
Probleme im Leinfeldener Neubaugebiet Im Leinfeldener Neubaugebiet Schelmenäcker wird seit geraumer Zeit an einer Kita gebaut. Sie soll einmal von den Johannitern betrieben werden, bis zu acht Gruppen sollen dort Platz finden. Und eigentlich sollten dort schon längst Mädchen und Jungen toben. Im September vor zwei Jahren wurde Richtfest auf dieser Baustelle gefeiert, fertig ist das Vorhaben noch immer nicht. Denn eine Schwierigkeit reiht sich an die nächste. Zunächst hatte es Probleme mit dem Fensterbauer gegeben. Das Unternehmen, das die Stadt nehmen musste, weil es der günstigste Anbieter war, hatte die Fenster weder geliefert noch in Produktion gegeben. Der Vertrag mit der Firma wurde aufgelöst. Ein neuer Fensterbauer musste gefunden werden. Dann hatte zudem die von der Stadt beauftragte Elektrofirma Insolvenz angemeldet.
Aktuell stockt der Weiterbau erneut. „Jetzt hängt es am Außenbereich“, sagte Ingrid Krebs, die Leiterin des städtischen Amts für Schulen, Jugend und Vereine im jüngsten Sozialausschuss. „Die Fluchtwege und die Parkplätze sind noch nicht fertig.“ Probleme gibt es aber auch im Inneren der Kita. Der Glas-Lieferant könne noch fehlende Wände gerade nicht liefern. Deshalb könne die Schallschutzdecke nicht eingebaut werden. Ingrid Krebs geht mittlerweile davon aus, dass die Kita erst im September 2024 in Betrieb gehen kann. „Die Johanniter wissen Bescheid“, betonte sie. Sie stünden in den Startlöchern, wollten mit ihren Gruppen aber nicht auf eine Baustelle ziehen. Sie betreiben derweil die Einrichtung „Kleine Schelme“ in Musberg an der Filderstraße.
Wie es im Ortsteil Stetten weiter geht In Stetten gibt es seit geraumer Zeit Diskussionen darüber, was mit dem Gudrun-Mebs-Kinderhaus auf dem Haldenareal passiert, wenn die Feuerwehr und das DRK in ihren Neubau gezogen sind. Ob das Kinderhaus dann abgerissen wird oder nicht. Mittlerweile ist klar: „Wir brauchen das Gudrun-Mebs-Kinderhaus“, sagte Ingrid Krebs. „Die Kolleginnen fühlen sich dort wohl, wir hoffen, dass das Haus noch lange besteht.“ In diesem Gebäude werden die Kindergartenkinder betreut, die Kleinkinder sind in der Außengruppe Rasselbande am Fröbelweg und damit im ehemaligen Fröbelkindergarten untergebracht. Auch dieses Gebäude kann laut Krebs noch drei, vier Jahre betrieben werden. „Wir haben es ertüchtigt.“
Die katholische Kirche, die in Stetten an der Wiesentalstraße ein neues Gebäude für die Kita St. Gabriel baut, hat laut Krebs ebenfalls Probleme mit Handwerkern. Eigentlich sollte das Gebäude bereits im Sommer bezogen werden. Dieser Termin konnte nicht gehalten werden. Die Bauabnahme sei nun für 12. Dezember geplant. „Wir gehen davon aus, dass die Kitagruppen im Januar, Februar in den Neubau einziehen können.“ Die Elterninitiative Kita Wunderwelt kann dann im Frühjahr die ehemaligen Räume des katholischen Kindergartens an der Jahnstraße nutzen.
Massivbau anstatt Holz in Echterdingen In Echterdingen will der Träger Konzepte-e jene Kita, die im Gebiet Stangen seit längerer Zeit geplant ist, für die Stadt bauen und betreiben. Das Gebäude und das Grundstück verbleiben aber im Eigentum der Kommune. Die Einrichtung soll vom Kitajahr 2025/2026 Entlastung bringen. Dafür muss der Generalunternehmer im kommenden Frühjahr loslegen können, machte die Amtsleiterin im Ausschuss deutlich. Allerdings: Die Vertragsverhandlungen zwischen der Kommune und dem Betreiber werden von einem Fachanwalt begleitet und sind noch nicht abgeschlossen. Der B-Plan ist noch nicht rechtskräftig.
Der Kommune ist es wichtig, die Gruppenräume so groß bauen zu lassen, dass die Altersstruktur der zu betreuenden Kinder in der Zukunft keine Rollen mehr spielt. Denn möglicherweise wird die Stadt das Haus in einigen Jahrzehnten einmal übernehmen. Weil man schnell vorankommen will, hat die Verwaltung dem Sozialausschuss nun vorgeschlagen, auf Holz zu verzichten und das Gebäude in Massivbauweise zu erstellen. Das Gremium gab einhellig grünes Licht, wenngleich Grünen-Stadträte angesichts des Klimawandels Kritik äußerten. Nächsten Dienstag wird der Gemeinderat darüber entscheiden.